Lager Optimieren: Sind hohe Lagerbestände ein Geschäftsrisiko?

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Geht es darum, das Lager optimieren zu wollen, wird der Ruf nach ERP-Lösungen laut. Dabei muss erst einmal klar sein, was die Lageroptimierung ausmacht, worin sie besteht und welche Rolle ERP-Systeme für das Kapital spielen.

Lager optimieren: Lagerbestände als Geschäftsrisiko

Die Lagerverwaltung ist für jedes Unternehmen ein wichtiges Thema, denn nur mit einer passenden Steuerung der Lagerbestände ist es möglich, direkt auf Kundenanfragen zu reagieren.

Es muss sichergestellt sein, dass jederzeit alle nötigen Rohstoffe und Komponenten vorhanden sind, um Aufträge und Produktion zu bedienen. Verzögerungen und Stillstände in der Produktion lassen sich vermeiden, wenn Firmen ihr Lager optimieren.

Was erreichen Unternehmen, die ihr Lager optimieren?

Viele Firmen bauen auf hohe Lagerbestände, um jederzeit auf Kundenwünsche reagieren zu können. Sie gehen davon aus, dass die Lieferfähigkeit nur erhalten bleibt, wenn die Lagerbestände hoch sind.

So wird von allen Teilen, Rohstoffen und Komponenten genügend auf Lager gelegt, um auch unvorhergesehene Kundenaufträge fertigen zu können. Dass damit jede Menge Kapital gebunden wird, steht erst einmal nicht zur Diskussion.

Problematisch wird die Sache erst, wenn es sich entweder um Lagerbestände handelt, die nach und nach veralten und dementsprechend nicht mehr verwendet werden können. Oder wenn es darum geht, dass die Liquidität des Unternehmens stark eingeschränkt ist.

Ein optimales Warenwirtschaftssystem für die Lagerwirtschaft hingegen sorgt dafür, dass zum einen nur die nötigen Lagerbestände vorhanden sind, die tatsächlich für kurzfristige Kundenaufträge zur Verfügung stehen müssen, und dass das Kapital zum anderen nicht unnötig gebunden ist. Somit sind sowohl Lieferfähigkeit als auch Liquidität gesichert.

Viele Firmen bauen auf hohe Lagerbestände, um jederzeit auf Kundenwünsche reagieren zu können.  ( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke )

Viele Firmen bauen auf hohe Lagerbestände, um jederzeit auf Kundenwünsche reagieren zu können. ( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke )

Wie problematisch sind hohe Lagerbestände?

Wie bereits erwähnt wurde, können hohe Lagerbestände durchaus zu ernsthaften Problemen für Unternehmen führen. Darunter kann die Liquidität stark leiden und schlimmstenfalls wird ein Unternehmen zahlungsunfähig, obwohl das Lager voll ist.

Werden weiterhin Rechnungen zur Zahlung fällig und gleichzeitig bleiben Kundenaufträge aus, wird es problematisch. Der Lagerbestand mag zwar in der Bilanz erscheinen und den Wert des Unternehmens nach oben setzen. Im Geschäftsalltag wirkt er aber nicht wertsteigernd, da das Kapital hier wortwörtlich „auf Lager liegt“.

Das hier gebundene Kapital nimmt an Wert spätestens dann ab, wenn die Produkte veralten und damit an Wert verlieren. Teilweise verderben sie sogar und sind dann unverkäuflich bzw. nicht mehr nutzbar. Produktionsunternehmen sollten ihr Lager optimieren und es damit möglichst schlank halten.

Video: Was versteht man unter dem durchschnittlichen Lagerbestand? I Wissensdusche

Wie lässt sich das Lager optimieren?

Damit die oben beschriebenen Nachteile nicht eintreten und dennoch die Lieferfähigkeit gegeben ist, sind einige Kenntnisse nötig. Die Optimierung der Lagerorganisation lässt sich in entsprechenden Seminaren erlernen, in denen auch das nötige technische Know-how vermittelt wird. Grundlegend gibt es dabei zwei Ansätze zu beachten, die bei der Lageroptimierung wichtig sind.

Welche Methoden gibt es, um das Lager optimieren zu können?

Wer sein Lager optimieren möchte, kann dies zum einen durch ein generelles Schlankhalten des Lagers erreichen. Die bestehenden Produktionsaufträge werden anhand der aktuellen und der in kurzer Vergangenheit liegenden Aufträge abgeschätzt, nach dieser Prognose wird das benötigte Material geordert.

Dies hat allerdings den Nachteil, dass die Prognosen auch unvorhergesehen nicht zutreffen können (siehe Großereignisse wie die Corona-Pandemie mit ihren wirtschaftlichen Katastrophen).

Außerdem können durchaus neue Aufträge, die nicht planbar waren, dank eines guten Vertriebs anstehen. Möglich ist es daher für Unternehmen, die ihr Lager optimieren wollen, ihr Bestellwesen zur Belieferung „just in time“ zu organisieren.

Die gleichnamige Methode setzt darauf, dass alle Rohstoffe und Halbzeuge der Produktion genau in dem Moment zur Verfügung gestellt werden, in dem sie benötigt werden und keinen Tag früher. So wird praktisch das Lager auf den Lkw auf der Straße verlagert. Erfolgt die Just-in-time-Lieferung nicht exakt, kann unter Umständen die Produktion stillstehen.

Sinnvoll ist daher eine Zwischenlösung, bei der Ansätze aus beiden Methoden genutzt werden. Sind keine Langläufer-Komponenten involviert, kann die Just-in-Time-Methode genutzt werden. Werden diese Komponenten aber benötigt, würde die Fertigung zu lange dauern, die entsprechenden Teile müssen sich auf Lager befinden. Eine reine Just-in-Time-Produktion lässt sich nur selten organisieren.

Wer sein Lager optimieren möchte, kann dies zum einen durch ein generelles Schlankhalten des Lagers erreichen.  ( Foto: Shutterstock-  Monkey Business Images)

Wer sein Lager optimieren möchte, kann dies zum einen durch ein generelles Schlankhalten des Lagers erreichen. ( Foto: Shutterstock- Monkey Business Images)

Was ist für die vorausschauende Beschaffung nötig?

Die angesprochene vorausschauende Beschaffung, die mit der Just-in-Time-Produktion kombiniert werden kann, erfordert für die Stellung von Prognosen einiges an Erfahrung zum Unternehmensablauf und zur Auftragslage.

Diese Erfahrung wird mit den Geschäftsdaten kombiniert, die zum Beispiel über die folgenden Aspekte Auskunft geben müssen:

  • Welche Bestellungen sind zu erwarten?
  • Zu welchem Zeitpunkt sind diese zu erwarten?
  • Wie gestalten sich bis dahin der Wareneinsatz und der Lagerbestand?
  • Welche Produktionskapazitäten sind verfügbar?
  • Wie ist die Auslastung in der Produktion (bezogen auf Mitarbeiter und Maschinen)?
  • Wie groß ist der Lagerbestand an Langläufer-Komponenten?

Nach Auswertung dieser Daten ist es möglich, eine effektive Vorschau auf kommende Aufträge zu geben. Manuelle Berechnungen stoßen dabei sicherlich an ihre Grenzen, denn in die Berechnungen fließen noch weit mehr als nur die genannten Aspekte ein. Das ERP-System ist somit für alle Unternehmen, die das Lager optimieren wollen, unverzichtbar.

Video: Wie findet man das passende ERP System?

Wie hilft das ERP-System bei der Lageroptimierung?

Um das Lager optimieren zu können, sind verlässliche Daten als Grundlage nötig. Diese wiederum sind nur zu erreichen, wenn eine moderne ERP-Lösung vorliegt.

Sie gilt als Voraussetzung für die Lageroptimierung und für die Nutzung eines schlanken Lagers, das dennoch jederzeit auf Kundenaufträge reagieren kann. Das System sorgt für eine belastbare Datenbasis, die wiederum die Prognostizierung kommender Kundenaufträge ermöglicht.

Arbeitsprozesse werden effizienter, die Vorhersage zu Aufträgen präziser. Dies wiederum erlaubt eine bessere Lagerwirtschaft, bei der nur noch die nötigen Komponenten auf Lager sind und das Kapital binden. Weiteres Material muss nicht vorrätig gehalten, das Kapital kann anderweitig eingesetzt werden.

Eine bessere Liquidität spielt nicht zuletzt bei der Beantragung von Krediten eine Rolle, sodass auch in diesem Hinblick auf das Optimieren der Lagerwirtschaft gesetzt werden sollte. Der Einkauf nimmt Bestellungen fortan nur noch bedarfsgerecht vor und tätigt diese abhängig vom kommenden Auftragsvolumen.

Wird das ERP-System jedoch richtig angewendet, ist es nicht mehr nötig, das Lager optimieren zu wollen, denn diese Optimierung findet dauerhaft statt.  ( Foto: Shutterstock-_Blue Planet Studio)

Wird das ERP-System jedoch richtig angewendet, ist es nicht mehr nötig, das Lager optimieren zu wollen, denn diese Optimierung findet dauerhaft statt. ( Foto: Shutterstock-_Blue Planet Studio)

Welche Vorteile hat das ERP-System bei der Lageroptimierung?

Wichtig: Um ein ERP-System effektiv einsetzen zu können, ist es nötig, dass Mitarbeiter alles Wichtige zur Lageroptimierung im Seminar erlernen und dies auch anwenden können.

Das beste System nützt ansonsten wenig. Wird das ERP-System jedoch richtig angewendet, ist es nicht mehr nötig, das Lager optimieren zu wollen, denn diese Optimierung findet dauerhaft statt.

Produkte mit kurzen Produktionslaufzeiten werden nicht mehr auf Lager gelegt, dies verschlankt einen Großteil der Warenwirtschaft. Diese Komponenten werden bei Bedarf bestellt oder selbst produziert und stehen dann für die Fertigung zur Verfügung. Lediglich Langläufer-Komponenten werden am Lager verbleiben.

Das ERP-System hat in der Lagerwirtschaft demzufolge diese Vorteile:

  • bessere Abstimmung zwischen Lager und Einkauf
  • keine unnötige Bindung von Kapital
  • bessere Prognostizierung kommender Aufträge
  • leichtere Auftragsplanung und Kostenkalkulation
  • größere Liquidität
  • ständige Nachvollziehbarkeit lieferbarer Produkte und deren Lieferzeiten

Nicht umsonst zählt die Warenwirtschaft zur Kernfunktion eines jeden ERP-Systems, das darüber hinaus noch weitere Vorteile für ein Unternehmen bietet. Im Sinne einer optimalen Lagerwirtschaft ist das ERP-System jedoch unverzichtbar.

Wie aber bereits erwähnt: Das System ist nur so gut, wie es auch eingesetzt werden kann. Das heißt, dass der zuständige Mitarbeiter die Daten auch lesen und auswerten können muss.

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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