Verbundplatzierung: Definition, Vorteile und Beispiele

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Die Verbundplatzierung ist die Platzierung von mehreren Produkten am gleichen Standort, wenn diese bedarfsverwandt sind. So steht oftmals der Zucker unweit des Tee und die Batterien in der Nähe von Elektrogeräten.

Definition der Verbundplatzierung

Die Verbundplatzierung ist die gebündelte Präsentation von Artikeln, die einen ähnlichen Bedarf beim Kunden ansprechen. Der Kunde spürt durch den Erwerb der Verbundprodukte einen erhöhten Gebrauchswert. Dies entsteht, wenn der Kunde beispielsweise zum Radiowecker am selben Standort auf der Verkaufsfläche die Batterien kaufen kann. Hier spricht man von Bedarfsbündeln.

Verbundplatzierung im Regalmanagement

Verbundplatzierungen sind eine Teilaufgabe des Regalmanagements, die wiederum in der Warenplatzierung aufgehangen ist. Das Regalmanagement befasst sich mit der Platzierung der Waren im Regal, die Warenplatzierung als Begriff bezeichnet die Platzierung innerhalb eines Regals. Die Verbundplatzierung wird dadurch auch von den Aktionsparametern des Regalmanagements berührt:

  • Platzierungsform

    Die Platzierungsform gibt vor, ob Artikel liegend oder stehend im Regal eingesetzt werden.

  • Regalstruktur

    Die Regalstruktur ist die Zuweisung der Regalflächen an Platzierungsgruppen. Dies sind Artikel mit gemeinsamen Merkmalen. Hier kann also die Verbundplatzierung stattfinden. Zu den gemeinsamen Merkmalen kann allerdings auch der Hersteller zählen oder die gleiche Verwendung.

    Eine Sonderstellung nimmt die Blockbildung ein. Von der Blockbildung spricht man, wenn Artikel einer Warengruppe als eine einzelne, geschlossene Einheit untereinander im Regal platziert werden, also die verschiedenen Etagen des Regals belegen.

  • Regalfront

    Hier taucht die Frage auf, wieviele Frontstücke bzw. Facings ein Artikel bekommen soll. Sollen also vom gleichen Artikel nur eine oder mehrere Artikelreihen nebeneinander im Regal stehen. Alle Facings zusammen bilden die Regalfront. Für die Vergabe und Zuweisung der Frontfläche an einzelne Artikel werden Regalflächenzuteilungssysteme eingesetzt. Diese werden auch als Regalmanagementsysteme bezeichnet.

  • Regalort

    Der Standort des Artikels im Regal kann in verschiedenen horizontalen und vertikalen Regalzonen liegen, wie

    • Bereich der Augenhöhe,
    • innerhalb der Sicht- und Greifzone,
    • Kniezone.

Vorteile der Verbundplatzierung

Die Verbundplatzierung bietet sowohl den Herstellern als auch dem Einzelhändler Vorteile. Der Einzelhändler darf sich durch die Bedarfsbündelung einen gesteigerten Absatz versprechen. Ein Kunde, der einen Wecker käuft, wird sehr wahrscheinlich auch die zugehörigen Batterien erwerben. Stünden diese jedoch ohne die Verbundplatzierung am Stammplatz, wäre es fraglich, ob der Kunde an die nötigen Batterien denken würde oder ob der Kunde die Suche und den dazugehörigen Weg zum Stammplatz auf sich nehmen würde. Der Einzelhändler profitiert zudem davon, dass der Kunde die Verbundplatzierung als „Mitdenken“ des Handels empfindet.

Für den Hersteller bietet die Verbundplatzierung als sogenannte Zweitplatzierung eine Möglichkeit zusätzlicher Verkäufe. Hier bietet es sich an, dass Hersteller von bedarfsverwandten Produkten Verbundaktionen ausarbeiten, bei denen wechselseitig die beteiligten Produkte vom jeweils anderen profitieren, wenn diese im Rahmen einer Zweitplatzierung im Verbund platziert werden. In diesem Fall muss natürlich die Handelsorganisation noch von der Verbundaktion überzeugt werden. Solche Zweitplatzierungen sind meist zeitlich begrenzt.

Beispiele von Verbundplatzierungen

Das nachfolgende Beispiel zeigt die Regalplatzierung von verschiedenen bedarfsähnlichen Artikeln am Gondelkopf. In diesem Fall wurden die Produkte

  • Honig
  • Marmeladen
  • Kaffee
  • Tee
  • Schokoriegel
  • Kuchen

als Verbundplatzierung am Gondelkopf untergebracht.

Die Verbundplatzierung von Artikeln aus der Bedarfsbündelung "Frühstück" ist typisch. (Foto: shutterstock - Sorbis)

Die Verbundplatzierung von Artikeln aus der Bedarfsbündelung „Frühstück“ ist typisch. (Foto: shutterstock – Sorbis)

Im nachfolgenden Beispiel für eine Verbundplatzierung – wieder an einem Gondelkopf – wurden Artikel aus der Bedarfsbündelung „TV-Abend“ zusammengefasst.

  • Erdnüsse
  • Schokolade
  • Laugenbrezeln
  • Monster Drinks
  • Jim Beam Whiskey
  • Katjes
Verbundplatzierung: Definition, Vorteile und Beispiele (Foto: shutterstock - Sorbis)

Verbundplatzierung: Definition, Vorteile und Beispiele (Foto: shutterstock – Sorbis)

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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