Fachkaufmann für Einkauf und Logistik: Dieses Gehalt ist möglich

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Eine Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik bietet den Mitarbeitern im Einkaufs- und Logistikbereich die Chance auf einen beruflichen Aufstieg mit besseren Verdienstmöglichkeiten und interessanten Aufgaben.

Fachkaufmann für Einkauf und Logistik: Voraussetzungen und Inhalt der Weiterbildung

Lebenslanges Lernen ist eine Anforderung, die mehr als je zuvor aktuell ist. Sowohl die Unternehmen als auch die Mitarbeiter stehen vor tiefgreifenden Veränderungsprozessen oder befinden sich sogar bereits mitten in diesem Wandel.

Die Anforderungen, die mit der Digitalen Transformation verbunden sind, können ohne entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen nicht bewältigt werden. Von der Digitalisierung sind alle Funktionsbereiche und Prozesse und somit auch alle Mitarbeiter in den Firmen betroffen.

Die Bundesregierung hat auf diesen Umstand mit dem Erlass des Qualifizierungschancengesetzes reagiert. Die Qualifizierungsoffensive trägt analog zum Schlagwort Industrie 4.0 den Titel „Fit für die Arbeitswelt 4.0“. Mit der Prüfung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik wird eine Weiterbildung Einkauf angeboten, mit der Mitarbeiter auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet werden.

Die Digitale Transformation verändert den Einkauf tiefgreifend und eröffnet neue Chancen.   ( Foto:  Shutterstock-  industryviews)

Die Digitale Transformation verändert den Einkauf tiefgreifend und eröffnet neue Chancen. ( Foto: Shutterstock- industryviews)

Die Digitalisierung des Einkaufs erfordert neue Qualifikationen

Die Digitale Transformation verändert den Einkauf tiefgreifend und eröffnet neue Chancen. Der Einkauf wird zur wichtigsten Schnittstelle zwischen den internen und externen Bereichen der Wertschöpfungskette. Digitales Procurement sowie eine Optimierung der Logistikkette sind grundlegende Voraussetzungen, um Industrie 4.0 zu realisieren.

Ziel ist eine möglichst umfassende Automatisierung des Beschaffungsprozesses. Alle Daten (Bedarfsermittlung, Qualitätskontrolle und Preisgestaltung) werden digital erfasst und vollständig vernetzt. Gelingt es, die Prozesse im operativen Einkaufsbereich zu digitalisieren, werden Reaktionen in Echtzeit möglich. Im Einkaufsbereich kommt es insbesondere auf die externe Vernetzung an, die einen sofortigen Datenabgleich mit den Lieferanten und anderen Partnern ermöglicht.

Wichtige Informationen werden direkt an die dafür zuständige Stelle im Unternehmen weitergeleitet. Es entsteht ein Wissensvorsprung vor weniger innovativen Firmen, der zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Aus den Daten werden Informationen, sodass man Preistrends erkennt und den Einkauf optimiert.

Um diese Vorteile zu realisieren, benötigen Unternehmen die technologischen und personellen Voraussetzungen. Mit der Qualifizierungsoffensive der Bundesregierung sollen diese Bedingungen möglichst schnell geschaffen werden. Für den Einkaufsbereich steht mit der Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik eine Qualifizierungsmaßnahme zur Verfügung, die Mitarbeiter gezielt auf die Aufgaben in einem digitalisierten Einkaufsbereich vorbereitet.

Im Folgenden werden Fragen zur Fortbildung beantwortet:

  1. Wer kommt für die Weiterbildung infrage?
  2. Wie läuft die Qualifizierungsmaßnahme ab?
  3. Welche Inhalte werden in der Abschlussprüfung abgefragt?
  4. Wie wird die Weiterbildungsmaßnahme finanziert?
  5. Welche Aufstiegsperspektiven eröffnen sich den Absolventen?
  6. Welche Gehälter werden realisiert?
Eine Weiterbildung zum <strong>Fachkaufmann für Einkauf und Logistik</strong> bietet den Mitarbeitern im Einkaufs- und Logistikbereich die Chance auf einen beruflichen Aufstieg mit besseren Verdienstmöglichkeiten und interessanten Aufgaben  ( Foto: Shutterstock- Frederic Legrand - COMEO )

Eine Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik bietet den Mitarbeitern im Einkaufs- und Logistikbereich die Chance auf einen beruflichen Aufstieg mit besseren Verdienstmöglichkeiten und interessanten Aufgaben ( Foto: Shutterstock- Frederic Legrand – COMEO )

Wer kommt für die Weiterbildung infrage?

Die Qualifizierungsmaßnahme richtet sich an Mitarbeiter im Bereich Einkauf und Logistik, die über eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung sowie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Wer eine Ausbildung zum Industrie-, Export-, Groß- und Einzelhandelskaufmann oder zum Kaufmann für Büromanagement absolviert hat und zwei Jahre im Einkaufsbereich eines Unternehmens tätig war, kann sich somit zur Abschlussprüfung für den „Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ bei der Industrie- und Handelskammer anmelden.

Um den Wert einer langjährigen praktischen Erfahrung zu honorieren, steht diese Option außerdem Mitarbeitern offen, die nicht über den geforderten kaufmännischen Berufsabschluss, aber dafür über eine längere Berufserfahrung im Einkaufsbereich verfügen.

Wie läuft die Qualifizierungsmaßnahme ab?

Bei dieser Qualifizierungsmaßnahme handelt es sich um eine Aufstiegsfortbildung, die Mitarbeitern im kaufmännischen Bereich einen Aufstieg auf die Meisterebene ermöglicht. Die Weiterbildung unterscheidet sich von der Weiterbildung zum Fachwirt, denn der Fokus liegt nicht auf der Vermittlung übergreifender betriebswirtschaftlicher Kenntnisse.

Fachkaufleute für Einkauf und Logistik sollen über Fachwissen verfügen, sodass sie ihre Aufgaben in der Fachabteilung optimal wahrnehmen können. Ziel ist eine Qualifizierung, die den Absolventen die Übernahme von Führungsaufgaben ermöglicht.

Um die Abschlussprüfung erfolgreich zu bestehen, ist es erforderlich, an einem mehrmonatigen Vorbereitungskurs teilzunehmen. Es gibt verschiedene Lehrgangsmodelle, die in Teil- oder Vollzeit organisiert sind.

Die Weiterbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com )

Die Weiterbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com )

Welche Inhalte werden in der Abschlussprüfung abgefragt?

Die Weiterbildung „Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss. Um bundesweit eine Vergleichbarkeit der Prüfung und ein einheitlich hohes Niveau der Weiterbildung zu gewährleisten, sind Inhalte und Ablauf der Abschlussprüfung vor der IHK einheitlich geregelt.

Absolventen sollten sich mit einem Vorbereitungskurs auf diese Prüfung vorbereiten, denn selbst wenn man über fundierte praktische Kenntnisse verfügt, sind zusätzlich theoretische Grundlagen erforderlich, um die Prüfung erfolgreich zu bestehen.

Die Prüfung besteht aus drei Blöcken. Neben handlungsübergreifenden Prüfungsfächern wird das Fachwissen in den handlungsspezifischen Prüfungsfächern der Bereiche Einkauf und Logistik getestet.

Handlungsübergreifende Prüfungsfächer

Diese Fächer bilden die Grundlage für die Ausübung des Berufs als Fachkaufmann für Einkauf und Logistik:

  1. Personalführung und Teamleitung
  2. Juristische Grundlagen
  3. Projektmanagement
  4. Einkaufsmarketing und Einkaufspolitik
  5. Betriebswirtschaftliche Steuerung
  6. Qualitätsmanagement
  7. Handlungsspezifische Prüfungsfächer im Bereich Einkauf

In diesen Fächern wird spezielles Wissen vermittelt, dass die Fachkaufleute für Einkauf und Logistik benötigen, um alle Aufgaben innerhalb eines digitalisierten Einkaufsbereichs zu bewältigen:

  1. Einkaufsstrategien
  2. Einkaufsmarketing
  3. Vorbereitung und Abwicklung des Einkaufs
  4. Verhandlungsführung
  5. Einkaufsvertragsgestaltung
  6. Preis- und Wertanalyse
  7. Einkaufscontrolling
  8. Handlungsspezifische Prüfungsfächer im Bereich Logistik

Im Bereich Logistik werden von den angehenden Fachkaufleuten für Einkauf und Logistik ebenfalls umfangreiche Kenntnisse verlangt:

  1. Materialplanung und Bedarfsermittlung
  2. Disponieren
  3. Wareneingang und Qualitätskontrolle
  4. Transportmanagement
  5. Lagermanagement
  6. Logistikcontrolling

Weitere Spezialisierung geplant

Perspektivisch sieht das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine weitere Spezialisierung vor und beabsichtigt die Fortbildung in zwei Bereiche zu trennen. Dann wird entweder der Abschluss „geprüfter Fachwirt für Einkauf“ oder „geprüfter Fachwirt für Logistiksysteme“ erworben.

Die Trennung ist vor dem Hintergrund einer zunehmenden beruflichen Spezialisierung sinnvoll. Den Absolventen der jeweiligen Prüfungen wird somit ermöglicht, ein umfassendes Fachwissen auf dem Gebiet, in dem sie arbeiten, zu erlangen.

Wie bereits erwähnt, ist es nötig, einen Prüfungsvorbereitungskurs zu absolvieren. Bei verschiedenen Anbietern können die entsprechenden Lehrgänge besucht werden.  ( Foto: Shutterstock- Rawpixel.com )

Wie bereits erwähnt, ist es nötig, einen Prüfungsvorbereitungskurs zu absolvieren. Bei verschiedenen Anbietern können die entsprechenden Lehrgänge besucht werden. ( Foto: Shutterstock- Rawpixel.com )

Wie wird der Schritt zum „Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ finanziert?

Wie bereits erwähnt, ist es nötig, einen Prüfungsvorbereitungskurs zu absolvieren. Bei verschiedenen Anbietern können die entsprechenden Lehrgänge besucht werden. Im Durchschnitt betragen die Kosten für einen derartigen Lehrgang 3.000 Euro. Hinzu kommen die Prüfungsgebühren bei der IHK, die zwischen 300 und 400 Euro liegen, sowie die Kosten für das Lehrmaterial und die Arbeitsunterlagen. Insgesamt belaufen sich die Kosten also auf ungefähr 4.000 Euro.

Viele Unternehmen honorieren die Bereitschaft zur Weiterbildung und beteiligen sich finanziell an den Kosten. Darüber hinaus können Arbeitnehmer die Weiterbildungskosten komplett von der Steuer absetzen. Es gibt außerdem Möglichkeiten der finanziellen Förderung durch Weiterbildungsstipendien, das Meister-BAFöG und die Begabtenförderung.

Weiterbildungsstipendien sowie das Meister-BAFöG (auch Aufstiegs-BAFöG genannt) werden beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt. Für die Begabtenförderung ist die IHK der passende Ansprechpartner.

Welche Aufstiegsperspektiven eröffnen sich den Absolventen?

Die berufliche Qualifizierung soll Mitarbeitern den Weg von der dualen Erstausbildung in die Führungsebene von Unternehmen ebnen. Die Fortbildung zum „Fachkaufmann für Einkauf und Logistik“ wird mit einem hohen Bezug zur beruflichen Praxis gestaltet und orientiert sich an den Anforderungen der Arbeitswelt. Mit den Aufstiegsfortbildungen erhalten Mitarbeiter die Chance, sich zu differenzieren und für leitende Aufgaben zu empfehlen.

Die Unternehmen profitieren von qualifizierten Mitarbeitern und steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Durch den Abgleich von Theorie und Praxis bietet die Weiterbildung den Absolventen hervorragende berufliche Perspektiven. Außerdem wird Quereinsteigern eine berufliche Umorientierung ermöglicht.

Die Hauptmotivation für die Teilnehmer an den Qualifizierungsmaßnahmen sind die Aussicht auf einen Karrieresprung sowie bessere Gehaltsperspektiven. Darüber hinaus profitieren Absolventen davon, einen Expertenstatus zu erlangen und somit einen sehr guten Schutz vor Arbeitslosigkeit zu genießen.

Fachkaufleute für Einkauf und Logistik sind für Tätigkeiten auf der mittleren Führungsebene von Unternehmen ausgebildet und erreichen ohne Studium das Bachelorniveau. Diese Mitarbeiter übernehmen verantwortungsvolle, qualifizierte Aufgaben im Bereich der Beschaffung und Verwaltung der Materialien. Ihnen obliegt beispielsweise die Organisation des Einkaufs- und Logistikprozesses.

Sie gestalten die Beziehungen zu Lieferanten und übernehmen Führungsaufgaben. Der Fokus der Tätigkeiten liegt auf der eigenständigen und verantwortlichen Übernahme von umfassenden Aufgabenbereichen sowie den entsprechenden Kompetenzen. Im weiteren Verlauf der Berufstätigkeit eröffnen sich für ambitionierte Fachkaufleute Möglichkeiten in die obere Führungsebene zu gelangen.

Mit der Übernahme von verantwortungsvollen Tätigkeitsbereichen steigt das Gehalt weiter an.  ( Foto: Shutterstock-  KAMONRAT)

Mit der Übernahme von verantwortungsvollen Tätigkeitsbereichen steigt das Gehalt weiter an. ( Foto: Shutterstock- KAMONRAT)

Welche Gehälter werden realisiert?

Nach erfolgreicher Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik ergeben sich attraktive Gehaltsperspektiven. Durchschnittlich erreichet ein Fachkaufmann für Einkauf und Logistik ein Bruttogehalt von 3.080 Euro pro Monat, wobei in einigen Branchen und größeren Unternehmen bis zu 4.500 Euro verdient werden. Wie hoch das Gehalt tatsächlich ist, hängt außerdem von der Berufserfahrung, dem Standort der Firma sowie dem Verhandlungsgeschick des Arbeitnehmers ab.

Generell kann man feststellen, dass das Gehalt der Fachkaufleute über dem der Fachwirte liegt und das Niveau von Bachelor-Absolventen erreicht. Unternehmen honorieren damit das fachspezifische Wissen, das direkt im Berufsalltag einsetzbar ist.

Mit der Übernahme von verantwortungsvollen Tätigkeitsbereichen steigt das Gehalt weiter an. Während ein Speditionssachbearbeiter im Durchschnitt 32.000 Euro pro Jahr verdient, kommt ein Im- und Exportsachbearbeiter bereits auf durchschnittlich 41.000 Euro pro Jahr. Operative Einkäufer verdienen im Schnitt 52.000 Euro und ein Supply Chain Manager eines größeren Unternehmens kann 55.000 Euro Bruttoverdienst erwarten.

Gelingt der Aufstieg ins obere Management, steigen die Gehälter nochmals kräftig. Als Strategischer Einkäufer verdient man um die 70.000 Euro im Jahr und der Leiter der Einkaufsabteilung kann mit einem Jahresverdienst von 76.000 Euro rechnen.

Top-Verdiener in diesem Bereich ist jedoch eindeutig der CPO (Chief Procurement Officer), der mehr als 160.000 Euro Jahresgehalt verdient. Bei diesen Werten handelt es sich jeweils um Durchschnittsgehälter. Besonders in den höheren Gehaltsklassen gibt es erhebliche Schwankungen, die vor allem von der Größe des Unternehmens und der Branche abhängen.

Die Weiterbildung zum Fachkaufmann für Einkauf und Logistik zahlt sich aus!

Eine Aufstiegsweiterbildung ist eine Investition in die berufliche Zukunft. Das Erlernen von Spezialwissen für den Bereich Einkauf und Logistik bietet die Chance, sich von anderen Mitarbeitern zu differenzieren. Außerdem werden bei dieser Weiterbildung Fähigkeiten vermittelt, die die Mitarbeiter fit machen für die Herausforderungen der Digitalen Transformation. Daraus resultieren nicht nur ein hohes Maß an Jobsicherheit, sondern auch Möglichkeiten des fachlichen und finanziellen Aufstiegs.

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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