DAkkS Kalibrierung: Definition, Normen, Unterschied zur ISO Kalibrierung

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Die Qualitätsansprüche steigen und mit ihnen werden Regularien strenger. Die Produktion stellte höhere Anforderungen, deren Umsetzung durch die (ISO oder DAkkS–) Kalibrierung erfüllt werden. Doch es gibt Unterschiede zwischen beiden Kalibrierungen.

Internationale Anerkennung der DAkkS Kalibrierung

Alle Messaufgaben, die qualitätsrelevant sind, müssen überwacht werden. Gleichzeitig steigt die Menge der eingesetzten Messtechnik, was Überprüfungen stetig erschwert. Mittlerweile hat sich so manche Norm verbreitet, eine davon ist die DIN ISO 9001.

Hinzu kommen branchenspezifische Standards, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Das Management der Prüfmittel sowie die Kalibrierung leisten einen wertvollen Beitrag zur Prüfung und zum Beweis der Herstellerqualität. Angeboten werden die ISO Kalibrierung ebenso wie die DAkkS Kalibrierung.

DAkkS Kalibrierung: Die Bedeutung des Verfahrens

Um den hohen Qualitätsanforderungen sowie den strengen Produktionsrichtlinien gerecht zu werden, sind verlässliche Messergebnisse das A und O. Die Messergebnisse gelten aber nur dann als sicher, wenn zum Beispiel präzise Industriewaagen eine DAkkS Kalibrierung durchlaufen haben.

Damit wird die Einhaltung einer Norm belegt, die international anerkannt ist. Die Messergebnisse sind überdies jederzeit rückführbar, ein wichtiger Anspruch an die Kalibrierung der DAkkS. Unternehmen haben ausgearbeitete Qualitätsstandards, deren Einhaltung sie über die Kalibrierung nachweisen können. Automatisch werden dabei auch rechtliche Fragestellungen beantwortet.

So können durch eine falsche oder fehlerhafte Kalibrierung zum Beispiel falsche Mengenangaben beim Abwiegen in der Produktion entstehen. Dies wiederum würde dazu führen, dass es zu teils schwerwiegenden Einbußen der Qualität kommt. Je nach Art des Produkts können hieraus sogar Gefahren für den Anwender erwachsen.

Um den hohen Qualitätsanforderungen sowie den strengen Produktionsrichtlinien gerecht zu werden, sind verlässliche Messergebnisse das A und O. (Foto: Shutterstock-Oil and Gas Photographer )

Um den hohen Qualitätsanforderungen sowie den strengen Produktionsrichtlinien gerecht zu werden, sind verlässliche Messergebnisse das A und O. (Foto: Shutterstock-Oil and Gas Photographer )

Kalibrierung über die DAkkS: Eine Definition

Die DAkkS ist die nationale Akkreditierungsstelle in Deutschland, die im öffentlichen Interesse nach der EG-Verordnung Nr. 765/2008 und nach dem Akkreditierungsstellengesetz handelt. Sie akkreditiert unter anderem Laboratorien und Zertifizierungsstellen und bestätigt damit, dass Aufgaben fachkundig und entsprechend der geltenden Anforderungen durchgeführt werden. Die DAkkS prüft damit die Prüfer.

Vorteil gegen über der ISO: Akkreditierte Verfahren stehen für mehr Vertrauen in Zertifikate, damit für eine höhere Sicherheit der Prüfberichte. Vergleichbarkeit und internationale Anerkennung der Überprüfungen werden gewährleistet, was wiederum einen wichtigen Beitrag zum Qualitätsmanagement und zur Sicherheit der Verbraucher darstellt.

Im Rahmen der DAkkS Kalibrierung werden Kalibrierscheine vergeben, die den höchsten industriellen Standard in Deutschland darstellen. Sie sind vor Gericht verbindlich und ideal für diese Bereiche bzw.

Tätigkeiten:

  • Industrieproduktion
  • Pharmazie und Medizintechnik
  • Automobilindustrie
  • Sachverständige
Mit einer Messung ist es nicht getan, immer wieder müssen Kontrollen durchgeführt werden. ( Foto: Shutterstock-Kimtaro )

Mit einer Messung ist es nicht getan, immer wieder müssen Kontrollen durchgeführt werden. ( Foto: Shutterstock-Kimtaro )

DAkkS Kalibrierung: Auf Nummer sicher gehen

Die DAkkS kann nicht alle Konformitätsbewertungen selbst durchführen und vergibt daher Akkreditierungen. Somit werden bestimmte Zertifizierungsstellen und Labors benannt, die mit der Konformitätsprüfung betraut werden. Sie alle arbeiten vergleichbar, denn sie müssen sich an eine gegebene Norm halten, die sich unter anderem auf die technische und auf die fachliche Ausstattung bezieht.

Berücksichtigt wird damit unter anderem die Ausstattung des beauftragten Dienstleisters mit dem entsprechend ausgebildeten Personal, ebenso spielen die Umgebungsbedingungen und die eingesetzten Messverfahren eine wichtige Rolle. Somit ist die Verfahrens- und Rechtssicherheit jederzeit gegeben.

Die DAkkS Kalibrierung gilt als wichtiger Bestandteil im Qualitätsmanagement und soll dazu beitragen, Produkte und Abläufe im Unternehmen zu optimieren.

Gleichwohl sollen Fehler im Herstellungsprozess vermieden werden und es geht um die generelle Stärkung der Kundenzufriedenheit. Über die DAkkS Kalibrierung wird demnach eine gleichbleibende Qualität gewährleistet.

Maßgaben für die Kalibrierung

Per Definition ist für die Kalibrierung kein festes Intervall für eine Wiederholung vorgegeben. Für Waagen wird zum Beispiel von einem regulären Überprüfungsintervall von ein bis zwei Jahren ausgegangen. Soll die Waage im Rahmen des Prozesses zur Qualitätssicherung von Leistungen und Produkten eingesetzt werden, wird das Intervall für die Kalibrierung auf ein Jahr gesetzt.

Um zu beurteilen, welches Intervall angemessen ist, werden die folgenden Kriterien herangezogen:

  • Häufigkeit der Nutzung
  • Stärke der Beanspruchung
  • herrschende Umweltbedingungen am Einsatzort
  • Toleranzband
  • verwendete Messgröße
  • Stabilität vergangener Kalibrierungen
  • interne Anforderungen an das Qualitätsmanagement

Der Kalibrierdienst, der die Kalibrierung im Unternehmen vornimmt, wird im Vorfeld genau besprechen, welche Art der Kalibrierung vorgenommen werden soll. Waagen werden zum Beispiel gewartet und kalibriert, sodass die Einhaltung der geltenden Norm sichergestellt ist. Auf Wunsch ist es möglich, direkt Reparaturen an der Waage vorzunehmen, sodass eventuelle Ausfallzeiten so gering wie möglich sind.

Durch die Kalibrierung bleiben die Waagen funktionsbereit, es wird die nötige Rechtssicherheit geschaffen sowie die Lebensdauer der Geräte verlängert.

Pharmazie und die Medizintechnik lebt von der Genauigkeit der Messungen ( Foto: Shutterstock- Svitlana Hulko )

Pharmazie und die Medizintechnik lebt von der Genauigkeit der Messungen ( Foto: Shutterstock- Svitlana Hulko )

Unterschied Werkskalibrierung und akkreditierte Kalibrierung (Video)

Nicht selten wird die Frage gestellt, ob eine ISO Kalibrierung nicht ausreichend sei und ob es denn wirklich die akkreditierte Kalibrierung sein muss.

Die Frage lässt sich aber nicht pauschal beantworten, denn ihre Antwort liegt in den Anforderungen des Unternehmens hinsichtlich der Zertifizierung des Qualitätsmanagements. Per Definition der Kalibrierungsart ist sicherlich in vielen Fällen die ISO Kalibrierung ausreichend, die DAkkS Kalibrierung jedoch die bessere Wahl.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Messverfahren bei der Kalibrierung durch die DAkkS und bei der ISO Kalibrierung kaum, häufig wird die ISO Kalibrierung nach der gleichen Norm wie die Kalibrierung durch die DAkkS vorgenommen. Doch: Letztere sind rückführbar und rechtlich bindend.

Werkskalibrierung: Definition

Die Werkskalibrierung findet nach DIN ISO 9001 (unter Einhaltung der DIN EN ISO/ IEC 17025) statt und gilt als Standard-Kalibrierung. Hierbei werden alle Messgeräte direkt oder indirekt über die Rückführung auf Prüfgewichte (Normale) auf ihre richtige Funktionsweise getestet.

Über die DIN ISO 9001 wird eine gleichbleibende Qualität sichergestellt, die durch Prüfmittel gewährleistet wird, die ihrerseits regelmäßig kalibriert werden. Die Messergebnisse sind im Einzelnen jederzeit miteinander vergleichbar.

Die Kalibrierung über die DIN ISO 9001 wird von Prüfstellen durchgeführt, die keine Akkreditierung der DAkkS besitzen. Das wiederum bedeutet, dass die Unternehmen hierbei Kosten sparen können. Ist für die Prüfung der Messgeräte nicht zwingend eine Kalibrierung über die DAkkS vorgeschrieben, ist die Prüfung nach DIN ISO 9001 ausreichend.

  • Nachteil
    Die Kalibrierscheine sind nicht weltweit gültig und werden teilweise im Rahmen der Audits von den Prüfern abgelehnt.
  • Vorteile
    Die ISO Kalibrierung ist schnell möglich, effizient und kostensparend. Sie ist zudem für die Messgrößen geeignet, für die es keine Akkreditierung nach DAkkS gibt.
  • Wichtig
    Das Kalibrierlabor unterliegt der Selbstverpflichtung zur Einhaltung der DIN EN ISO/ IEC 17025 und muss damit selbst auf die richtige Angabe der Messunsicherheiten sowie auf die Rückführbarkeit der Messergebnisse achten.

Video: Erklärvideo Akkreditierung

Akkreditierte Kalibrierung: Definition

Die akkreditierte Kalibrierung über die DAkkS muss konform der DIN EN ISO/ IEC 17025 sein und es wird sichergestellt, dass sämtliche Normen und Anforderungen an die prüfenden Laboratorien eingehalten werden.

Die DAkkS überprüft damit auch, ob die Prüfer selbst ordnungsgemäß arbeiten. Nach der Prüfung wird ein Kalibrierschein ausgestellt, für die Einhaltung der hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards eines Unternehmens ist eine Prüfung in bestimmten Abständen (meist Intervalle von ein bis zwei Jahren) nötig.

  • Nachteil
    Das DAkkS Kalibrierungsverfahren ist teurer und rechnet sich nicht für jedes Unternehmen.
  • Vorteile
    Die Prüfscheine sind weltweit anerkannt und haben damit eine internationale Gültigkeit. Sie bieten darüber hinaus Rechtssicherheit.
  • Wichtig
    Die Sicherstellung gültiger Messergebnisse ist nur über die Einhaltung der DIN EN ISO/ IEC 17025 und über die akkreditierte Kalibrierung möglich.

Zusammenfassung der Unterschiede akkreditierte Kalibrierung und Werkskalibrierung

Auch wenn beide Arten der Kalibrierung die Einhaltung der DIN EN ISO/ IEC 17025 sicherstellen und auch beide eine umfangreiche Dokumentation der Messergebnisse ermöglichen, so gibt es dennoch Unterschiede.

Die ISO-Kalibrierung, also die Werkskalibrierung, wird nach DIN ISO 9001 durchgeführt, das Verfahren der DAkkS hingegen wird in regelmäßigen Abständen von der Akkreditierungsstelle überprüft. Beide Verfahren sind rückführbar. Muss das jeweilige Unternehmen bestimmte Anforderungen erfüllen, kann oft nur die Kalibrierung über die DAkkS vorgenommen werden.

Der größte Unterschied zwischen beiden Verfahren liegt in der Anerkennung der Kalibrierscheine. Die Werkskalibrierung ist zwar nach DIN EN ISO/ IEC 17025 durchzuführen, unterliegt aber eben nicht der genannten Überwachung durch die Akkreditierungsstelle.

Nur dieses garantiert, dass die strengen Regeln der Kalibrierung eingehalten wurden und dass es sich um ein validiertes Verfahren handelt. Daher ist auch klar, warum die Kalibrierscheine der Werkskalibrierung nicht international anerkannt sind, sondern teilweise als nicht ausreichend bezeichnet werden.

Nicht zuletzt liegt ein Unterschied zwischen beiden Verfahren in der Formel, mit der die Messunsicherheit bestimmt werden kann. Diese Formel ist im DAkkS-Kalibrierschein enthalten. Ist die mögliche Messunsicherheit bekannt, kann der Anwender einer Waage oder eines anderen Messgerätes einschätzen, ob die abgelesenen Messwerte korrekt sind oder ob sie einer Anpassung bedürfen.

Häufige Fragen zur akkreditierten Kalibrierung

Was bedeutet akkreditierte Kalibrierung?

Die akkreditierte Kalibrierung ist die Kompetenz eines Labors, dessen Leistungsfähigkeit und Unabhängigkeit. Im Akkreditierungsverfahren muss das Kalibrierlabor gegenüber der DAkkS nachweisen, dass die eigenen Tätigkeiten kompetent und auf fachlichem hohem Niveau sind.

Zudem ist nachzuweisen, dass die normativen und gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden sowie ein international vergleichbares Niveau haben. Dies dient der Schaffung von Vertrauen in die Messtechnik eines Unternehmens.

Messmittel müssen je nach Verwendung und einzuhaltendem Sicherheitsstandard kalibriert werden.  ( Foto: Shutterstock-ALPA PROD)

Messmittel müssen je nach Verwendung und einzuhaltendem Sicherheitsstandard kalibriert werden. ( Foto: Shutterstock-ALPA PROD)

Wann muss ein Messmittel kalibriert werden?

Messmittel müssen je nach Verwendung und einzuhaltendem Sicherheitsstandard kalibriert werden. Werden sie für eine regelmäßige Begutachtung verwendet oder dienen sie der Überprüfung der Arbeitssicherheit, ist ein Intervall von einem Jahr für die Kalibrierung empfehlenswert. Das gilt auch bei der Qualitätssicherung von Produkten sowie Leistungen eines Unternehmens.

Werden die Messmittel unter extremen Umweltbedingungen eingesetzt, gilt ebenfalls das Intervall von einem Jahr. Ansonsten können auch zwei Jahre ausreichend sein.

Was bedeutet DAkkS Kalibrierung?

Die DAkkS Kalibrierung ist der höchste Kalibrierungs-Standard in Deutschland. Die Kalibrierscheine, die dabei vergeben werden, sind international anerkannt. Zudem enthalten sie eine Formel zur Berechnung der Messunsicherheiten.

Die Ausführung der DAkkS-Kalibrierung darf nur von akkreditieren Kalibrierlaboren vorgenommen werden, darüber hinaus ist die Einhaltung der DIN EN ISO 17025 zu gewährleisten. Eine eventuelle Messunsicherheit kann jedem Messergebnis zugeordnet werden, weshalb sich die gewünschte Rechtssicherheit des Prüfverfahrens ergibt.

Was ist eine Werkskalibrierung?

Die Werkskalibrierung ist ein Kalibrierungsverfahren und eine Justierung, die unterhalb der DAkkS Bedingungen liegt und die nicht akkreditiert ist.

Abweichungen in den Messdaten werden dabei festgestellt, das Verfahren ist rückführbar. Die vergebenen Prüfscheine sind jedoch nicht international anerkannt. Werden an ein Unternehmen besonders hohe Anforderungen gestellt, kann es sein, dass die Werkskalibrierung nicht ausreichend ist und ein akkreditiertes Kalibrierungsverfahren vorgenommen werden muss.

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