Niedersachsen verbietet Anbindehaltung bei Rindern – Millionen Tiere profitieren

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Der Erlass der Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte markiert den bundesweit ersten Abschied von Anbindehaltung bei Rindern. Mit sofortiger Wirkung werden Tierhaltungen mit Ketten oder starren Halsrahmen untersagt und kombinierte sowie saisonale Haltungssysteme innerhalb von neun Jahren beendet. Maßgeblich beeinflusst durch den niedersächsischen Tierschutzplan und Anregungen des Deutschen Tierschutzbundes, berücksichtigt die neue Regelung steigende Tierversorgungskosten und betrifft über eine Million in Buchten gehaltene Tiere. Es schafft einen Präzedenzfall für andere Bundesländer und setzt neue Standards.

Niedersachsen beendet Anbindehaltung: Vorreiterrolle fordert bundesweite Umsetzung tierschutzrechtlicher Vorgaben

Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbands Niedersachsen, unterstreicht, dass die Anbindehaltung von Rindern einen eindeutigen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Er verweist auf die gesundheitlichen und psychischen Belastungen, die durch diese Form der Haltung entstehen. Ergänzend betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, dass Niedersachsen mit seinem Vorstoß vorangeht und nun die übrigen Bundesländer folgen müssen, um tierschutzwidrige Praktiken endgültig zu beenden und so einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Tierwohl und nachhaltiger Nutztierhaltung leisten.

Anbindehaltung führt zu Gelenkentzündungen und psychischen Schäden bei Rindern

Bei in fixierten Halterungen untergebrachten Rindern wird die natürliche Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt, da sie sich weder drehen noch ihren Rücken ablecken können. Diese deutliche soziale Isolation in Einzelständen fördert anhaltende Stressreaktionen und kann zu Gelenkentzündungen sowie schmerzhaften Euterentzündungen führen. Durch den beengten Raum ist ein gleichzeitiges Liegen und Aufstehen nicht möglich. Die dauerhafte Haltung auf Gitterböden erhöht das Risiko für Verletzungen zusätzlich und bewirkt weitreichende langfristige physische und psychische Schäden.

Über tausend Betriebe ignorieren verbotenes Ganzjahres-Anbinden von Rindern weiterhin

Obwohl die ganzjährige Anbindehaltung in Niedersachsen seit Jahren verboten ist, berichten Versorgungskosten und Angaben des Landwirtschaftsministeriums über mehr als tausend Betriebe, die ihre Rinder weiterhin immobilisieren. Diese fortgesetzte Praxis widerspricht den gültigen tierschutzrechtlichen Vorgaben und erhöht das Risiko von Erkrankungen sowie physischen Einschränkungen. Dieter Ruhnke betont, dass höhere Aufwendungen für artgerechte Haltung notwendig sind, gleichzeitig aber kein unlauterer Wettbewerbsvorteil zulasten der Tiere entstehen dürfe. Diese Praxis unterstreicht die Notwendigkeit Investitionen.

Erlass startet in einem Monat: Sieben Jahre Stallumbau verpflichtend

In einem Monat tritt der neue Erlass zur Abschaffung der dauerhaften Anbindehaltung in Kraft. Ab dem Zeitpunkt der Verkündung haben Tierhalter eine Frist von sieben Jahren, um ihre Ställe in tiergerechte Lauf- oder Gruppenhaltungssysteme umzugestalten. In Ausnahmefällen kann die Umstellungsperiode um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Betreiber, die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen oder ihre Rinderhaltung aufgeben, müssen spätestens fünf Jahre nach Bekanntgabe alle Anbindehaltungssysteme entfernen. Maßnahme fördert das Tierwohl.

Niedersachsen stoppt Anbindehaltung und schafft wegweisenden Präzedenzfall für Tierschutz

Der Erlass zur Beendigung der Anbindehaltung in Niedersachsen markiert einen bedeutenden Meilenstein für den Tierschutz in Deutschland. Durch festgelegte Übergangsfristen von sieben Jahren und eine mögliche Verlängerung um zwei Jahre müssen Betriebe ihre bestehenden Stallanlagen auf lauf- oder gruppenorientierte Haltungssysteme umstellen. Diese Maßnahmen gewährleisten artgerechte Unterbringung, minimieren physische sowie psychische Belastungen der Rinder und signalisieren an Bund und Länder, veraltete und tierschutzwidrige Haltungspraktiken konsequent abzuschaffen und fördern langfristig nachhaltige Standards.

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