Einfluss auf die Kundenzufriedenheit durch passende Konfektionsgrößen und Lagerbestände

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Im Modehandel entscheidet die Auswahl an Marken, Schnitten und Farben über den Verkaufserfolg. Ebenso wichtig ist jedoch die Frage, ob die passenden Konfektionsgrößen verfügbar sind. Fehlen gefragte Größen regelmäßig, entstehen Umsatzverluste und Frust bei Kundinnen. Gleichzeitig binden schlecht abgestimmte Größenbestände unnötig Kapital im Lager.

Eine an der tatsächlichen Nachfrage orientierte Größenplanung kann deshalb sowohl die Warenwirtschaft als auch das Einkaufserlebnis verbessern.

Größenangebot an die reale Nachfrage anpassen

Viele Sortimente basieren auf festen Größenkurven, die nicht zwingend zur heutigen Kundschaft passen. Für Händler lohnt sich daher ein genauer Blick auf die tatsächlichen Verkaufsdaten.

Eine von Ulla Popken veröffentlichte Marktanalyse zur Vielfalt in der Damenmode verdeutlicht, wie unterschiedlich das Größenangebot im deutschen Modemarkt ausfallen kann. Für den Einzelhandel ist dabei vor allem entscheidend, welche Größen am eigenen Standort oder im Onlineshop tatsächlich gefragt sind.

Werden beispielsweise bestimmte Konfektionsgrößen regelmäßig schneller verkauft als andere, sollte sich dies auch in der Einkaufs- und Bestandsplanung widerspiegeln. Statt jedes Modell in jeder Größe mit identischer Stückzahl zu führen, kann eine bedarfsgerechte Staffelung wirtschaftlich sinnvoller sein.

Bessere Bestandsplanung reduziert Ladenhüter

Weniger Ladenhpter (Foto: AdobeStock - Gabriel Cassan - 116398101)

Weniger Ladenhpter (Foto: AdobeStock – Gabriel Cassan – 116398101)

Jede Kombination aus Modell, Farbe und Größe erhöht die Zahl der Artikelvarianten und damit die Komplexität im Lager. Eine größere Größenauswahl muss deshalb nicht automatisch zu höheren Gesamtbeständen führen. Entscheidend ist vielmehr die richtige Verteilung.

Verkaufszahlen aus vergangenen Saisons können zeigen, welche Größen besonders schnell abverkauft werden und welche regelmäßig am Saisonende übrig bleiben. Diese Informationen helfen dabei, zukünftige Bestellungen genauer zu planen.

Dabei lohnt es sich, insbesondere folgende Punkte regelmäßig auszuwerten:

  • Welche Größen sind bei einzelnen Produktgruppen besonders schnell ausverkauft?
  • Bei welchen Größen entstehen regelmäßig Überbestände?
  • Welche Varianten müssen am Saisonende besonders häufig reduziert werden?
  • Unterscheidet sich die Nachfrage zwischen einzelnen Filialen und dem Onlineshop?
  • Bei welchen Größen treten überdurchschnittlich viele Retouren auf?

Eine angepasste Größenstruktur kann so die Umschlagshäufigkeit verbessern und gleichzeitig Abschriften reduzieren. Weitere Ansatzpunkte zur Optimierung bietet auch der Beitrag von einzelhandel-news.de über Möglichkeiten zur Senkung von Lagerhaltungskosten.

Fehlende Größen beeinflussen die Kundenzufriedenheit

Für Kundinnen ist die Verfügbarkeit der eigenen Größe ein wesentlicher Teil des Einkaufserlebnisses. Wer ein gewünschtes Kleidungsstück findet, es aber nicht anprobieren oder kaufen kann, weil die passende Größe fehlt, wird möglicherweise auf einen anderen Händler ausweichen.

Wiederholt sich diese Erfahrung, kann daraus langfristig ein Nachteil bei der Kundenbindung entstehen.

Gerade der stationäre Modehandel profitiert von der Möglichkeit, Produkte direkt anzuprobieren. Dieser Vorteil funktioniert jedoch nur, wenn relevante Größen tatsächlich auf der Verkaufsfläche vorhanden sind.

Omnichannel-Lösungen können hier unterstützen. Ist eine bestimmte Größe in der Filiale ausverkauft, lässt sie sich beispielsweise aus einem anderen Standort oder dem Zentrallager bestellen. Digitale Warenwirtschaftssysteme können dabei helfen, Artikelvarianten und Bestände zentral im Blick zu behalten. Einen Überblick über entsprechende Funktionen bietet beispielsweise der kommerzielle Anbieter weclapp mit seiner Warenwirtschaftslösung. So können Händler ein breiteres Angebot ermöglichen, ohne jede Variante dauerhaft an jedem Standort vorzuhalten.

Retourendaten als Informationsquelle nutzen

Infografik: Wie sollen Einzelhändler Retourendaten nutzen?

Infografik: Wie sollen Einzelhändler Retourendaten nutzen?

Auch im Onlinehandel spielt die passende Größe eine zentrale Rolle. Gerade im Fashionbereich können Größe und Passform erhebliche Auswirkungen auf das Retourenaufkommen haben.

Händler sollten deshalb Verkaufszahlen und Rücksendungen gemeinsam betrachten. Wird ein bestimmter Artikel beispielsweise häufig als zu klein oder zu groß zurückgeschickt, liefert dies wichtige Informationen für Einkauf, Produktbeschreibung und Sortimentsplanung.

Hilfreich sind zudem konkrete Größenangaben. Maßtabellen, Passformhinweise und Informationen dazu, ob ein Artikel eher größer oder kleiner ausfällt, erleichtern die Kaufentscheidung. Das EHI Retail Institute zeigt in seinem Ratgeber zum Umgang mit Retouren, wie Händler aus Rücksendungen Erkenntnisse für die Optimierung ihrer Prozesse gewinnen können.

Retourendaten werden damit von einem reinen Kostenfaktor zu einer wertvollen Informationsquelle für die Sortimentsoptimierung.

Größenplanung wird zum Wettbewerbsvorteil

Eine passende Größenstruktur ist weit mehr als ein Serviceaspekt. Sie hat direkten Einfluss auf Lagerkosten, Warenverfügbarkeit und Umsatzpotenzial.

Je genauer Einkauf und Warenwirtschaft auf Verkaufs-, Bestands- und Retourendaten reagieren, desto besser lässt sich das Sortiment an die tatsächliche Nachfrage anpassen. Besonders für Händler mit mehreren Filialen empfiehlt es sich, die Größenplanung standortspezifisch auszurichten und regionale Nachfrageunterschiede gezielt zu berücksichtigen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, möglichst viele Größen anzubieten. Für einen wirtschaftlich erfolgreichen Modehandel kommt es vielmehr darauf an, die richtigen Größen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben.

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