Eine repräsentative Umfrage des Finanzvergleichsportals smava belegt, dass zum Jahresbeginn 2026 insgesamt 10,9 Prozent der erwachsenen Bundesbürger ihr Girokonto ins Minus rutschen lassen. Erheblich: Ein Drittel der Überziehungskonten weist einen Kontostand von mehr als zweitausend Euro im Minus aus. Die durchschnittlichen Dispozinsen betragen dabei 11,30 Prozent per annum, während Ratenkredite knapp 25 Prozent günstigere Konditionen und planbare Rückzahlungsmodalitäten bieten. Smava stellt zudem regionale und demografische Unterschiede vor und alternative Finanzinstrumente.
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Januar 2026: 10,9 Prozent der Erwachsenen starten mit Minussaldo
Zum Jahresbeginn 2026 verzeichneten 10,9 Prozent der deutschen Erwachsenen einen negativen Kontostand, was einen Anstieg der Überziehung gegenüber Januar 2025 um sechs Prozentpunkte bedeutet. Von den Überziehern standen 33,9 Prozent mit mehr als zweitausend Euro im Minus. Gleichzeitig begannen 77,1 Prozent der Kontoinhaber mit einem positiven Guthaben, während 12,8 Prozent ihren Kontostand nicht genau beziffern konnten. Dieser Trend weist auf zunehmende finanzielle Belastungen hin und verdeutlicht die Dringlichkeit finanzieller Vorsorge.
Dispozins im Bundesdurchschnitt bei 11,30% jährlich laut smava Erhebung
Der durchschnittliche Dispokreditzinssatz in Deutschland liegt laut smava bei 11,30 Prozent pro Jahr, basierend auf einer Analyse von 5.042 Girokonten der BaFin. Die einzelnen Sollzinsen bewegen sich regional und bankenspezifisch zwischen rund 7,50 und mehr als 14 Prozent. Kurzfristige Kontoüberziehungen verursachen vergleichsweise moderate Zinskosten, während anhaltende und umfangreiche Disponutzungen die finanziellen Belastungen durch exponentiell steigende Zinsen deutlich verstärken. Dabei empfiehlt es, kurzfristige Finanzlücken direkt auszugleichen und alternative Kreditelösungen zu prüfen.
28 Prozent überziehen ihr Konto wegen Miete und Lebensmittelkosten
Eine smava-Umfrage zeigt, dass 27,7 Prozent der Meinungsbefragten den Dispokredit zur Begleichung regelmäßiger Aufwendungen wie Miete, Nebenkosten und Nahrungsmittel nutzen. Jährliche Abbuchungen für Versicherungen führen bei 13,5 Prozent zu Überziehungen, während 11,2 Prozent unvorhergesehene Reparaturkosten als Hauptursache angeben. Weitere 7,6 Prozent verschulden sich durch Ausgaben für Geschenke sowie Feiertagsaktivitäten und 6,9 Prozent durch Freizeitgestaltung und Konsumkäufe, wodurch sie ihr Konto ins Minus treiben. Die Daten verdeutlichen finanzielle Engpässe im Alltag.
Schleswig-Holstein verzeichnet 13,6 Prozent aller deutschen Kontenüberziehungen zum Jahresbeginn
In Schleswig-Holstein starten 13,6 Prozent der Kontonutzer mit einem Dispokredit ins Minus, während in Mecklenburg-Vorpommern lediglich sieben Prozent ihr Girokonto überziehen. Lebenshaltungskosten gelten als deutschlandweiter Hauptgrund für Überziehungen, doch die Quoten variieren deutlich. Im Saarland liegt der Anteil mit 43,4 Prozent am höchsten, in Schleswig-Holstein mit 17,7 Prozent am niedrigsten. Diese Unterschiede spiegeln regionale Belastungsprofile wider und verdeutlichen dabei deutliche spürbare finanzielle Disparitäten im Bundesvergleich.
Frauen und Männer überziehen Konto gleich häufig im Alltag
Statistische Erhebungen zeigen, dass Frauen und Männer mit annähernd gleicher Häufigkeit ihr Girokonto ins Minus rutschen, wobei der Durchschnitt bei 10,9 % gegenüber 10,7 % liegt. Frauen geben hauptsächlich erhöhte Ausgaben für Miete, Lebensmittel und sonstige Lebenshaltungskosten an, Männer hingegen führen häufiger wiederkehrende Belastungen wie Versicherungsbeiträge oder unbekannte Gründe ins Feld. Weiterhin weisen Haushalte mit Kindern höhere Überziehungsraten und größere Minusbeträge auf als Haushalte ohne Kinder. Diese Erkenntnisse untermauern eine Belastung.
Ratenkredit statt Dispo spart bis zu 25 Prozent Zinsen
Bei längerfristigen Überziehungen empfiehlt der smava-CEO Alexander Artope die Umschuldung auf einen Ratenkredit. Diese Finanzierungsform ist im Schnitt rund 25 Prozent günstiger als ein Dispokredit und verfügt über fest vereinbarte Laufzeiten. Durch die niedrigeren Zinssätze reduziert sich die monatliche Zinsbelastung, was Schuldnern einen klar planbaren Rückzahlungsprozess ermöglicht. Gleichzeitig fördert der strukturierte Tilgungsplan einen systematischen Schuldenabbau und hilft, finanzielle Stabilität langfristig zu sichern. Diese Umstellung entlastet effektiv dauerhaft signifikant private Haushaltsbudgets.
Dispokredit nur für kurzfristige Engpässe, dauerhafte Minusbeträge dringend vermeiden
Der Dispositionskredit eignet sich ausschließlich zur kurzfristigen Überbrückung finanzieller Engpässe. Laut Artope birgt ein dauerhaftes Guthabenminus erhebliche Risiken und signalisiert strukturelle Probleme in der Haushaltsplanung. Wer sein Konto langfristig im Soll belässt, sollte alternative Finanzierungsinstrumente wie einen Ratenkredit in Betracht ziehen oder professionelle Schuldnerberatung in Anspruch nehmen. Nur so lassen sich Zinssätze reduzieren, fixe Rückzahlungspläne etablieren und nachhaltige Strategien zur Stabilisierung der persönlichen Finanzsituation entwickeln und sich regelmäßig kompetent beraten.
Ratenkredit senkt Zinskosten um bis zu 25 Prozent nachhaltig
Der Vergleich zwischen Dispokredit und Ratenkredit verdeutlicht eindeutig die Vorzüge des Ratenkredits durch geringere Zinssätze, planbare monatliche Raten und festgelegte Laufzeiten. Besonders bei längerfristigen Kontoüberziehungen können Kreditnehmer bis zu 25 Prozent Zinskosten einsparen und die finanzielle Belastung präzise kalkulieren. Eine Umschuldung hilft dabei, die Kostenfalle Dispokredit zu umgehen, Schulden systematisch abzubauen und die Haushaltsplanung auf einen stabilen finanziellen Kurs zu bringen. Damit steigt langfristig die Stabilität.

