Die neueste Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts zeigt, dass im Jahr 2024 knapp 29 Prozent der etwa 577400 Ratsuchern einer Schuldnerberatungsstelle Zahlungsrückstände gegenüber Online- und Versandhändlern aufwiesen. Die durchschnittliche offene Forderung belief sich auf 644 Euro. Besonders junge Altersgruppen und Frauen sind betroffen, wobei letztere nicht nur in höherer Zahl vertreten sind, sondern auch eine signifikant höhere durchschnittliche Schuldenlast tragen. Der Anteil stieg seit 2019 um zwei Prozentpunkte deutlich nach oben.
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577?400 Ratsucher mit Onlinehändler-Schulden von durchschnittlich 644 Euro
Rund 577 400 Ratsucher wandten sich 2024 in Deutschland an eine Schuldnerberatungsstelle, wie Destatis meldet. 29 Prozent von ihnen hatten offene Forderungen bei Online- und Versandhändlern, was seit 2019 einen Zuwachs um zwei Prozentpunkte bedeutet. Im Durchschnitt beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber E-Commerce-Anbietern auf 644 Euro und nahmen nur zwei Prozent der durchschnittlichen Gesamtverschuldung von 32 976 Euro ein. Diese Entwicklung verweist auf wachsende Risiken beim digitalen Einkauf.
Durchschnittliche Onlinehändler-Schulden steigen von 515 Euro auf 644 Euro
Die Statistik dokumentiert einen Anstieg der durchschnittlichen E-Commerce-Schulden von 515 Euro im Jahr 2019 auf 644 Euro im Jahr 2024. Im gleichen Zeitraum beliefen sich die durchschnittlichen Gesamtschulden aller Ratsuchern in der Schuldnerberatung auf 32?976 Euro. Demnach machen die Forderungen gegenüber Online- und Versandhändlern nur einen vergleichsweise geringen Teil der gesamten finanziellen Belastung aus. Dies unterstreicht, dass E-Commerce-Schulden zwar beachtet werden, aber nur eingeschränkt und langfristig maßgeblich die Gesamtverschuldung beeinflussen.
Junge Ratsucher beklagen deutlich höhere Onlinehandelsschulden als ältere Generation
In einer aktuellen Analyse offenbart sich, dass unter Ratsuchern in Schuldnerberatungsstellen diejenigen im Alter von 20 bis 24 Jahren mit 40 % am stärksten von offenen Forderungen durch Online- und Versandhändler betroffen sind. Dieser Anteil sinkt mit zunehmendem Alter kontinuierlich: Bei den 25- bis 34-Jährigen werden 37 % registriert, während er bei den 55- bis 64-Jährigen deutlich auf 23 % zurückgeht. Damit ist eine altersabhängige Abnahme der E-Commerce-Schulden belegt.
Überschuldete Frauen haben 2024 deutlich höhere Onlinehandels-Schulden als Männer
Frauen mit Überschuldung wiesen im Online- und Versandhandel mit 36 % deutlich häufiger Zahlungsverzögerungen auf als Männer, bei denen dieser Anteil 24 % betrug. Darüber hinaus war die durchschnittliche Forderungshöhe von 834 Euro fast doppelt so hoch wie bei Männern, die im Schnitt 463 Euro Schulden hatten. Diese Differenz verdeutlicht geschlechtsspezifische Verhaltensmuster bei Onlinekäufen und verweist auf einen erhöhten Beratungsbedarf für überschuldete Frauen und erfordert schnelle, gezielte, dauerhafte finanzielle Aufklärungskonzepte.
Erhebung 2024 basiert auf freiwilligen Angaben von 737 Beratungsstellen
Die Statistik basiert auf den freiwilligen Meldungen von 737 Schuldnerberatungsstellen aus insgesamt rund 1 380 Einrichtungen in Deutschland. Im Erhebungszeitraum 2024 wurden dabei Angaben zu etwa 182 000 Ratsuchern erfasst. Um eine repräsentative Aussagefähigkeit zu erzielen, erfolgte eine Hochrechnung der gewonnenen Daten. Die Teilnahme sowohl der Beratungsstellen als auch der Hilfesuchenden erfolgte rein ehrenamtlich. Diese methodische Grundlage gewährleistet valide Informationen zur Verschuldungslage im Bundesgebiet. Sie bildet somit eine solide Basis.
Destatis-Statistik zeigt Verschuldungsmuster im Onlinehandel und Beratungsbedarf bei Finanzdienstleistern
Die aktuelle Destatis-Statistik liefert detaillierte Erkenntnisse zur Verschuldung im Online- und Versandhandel. Sie identifiziert präzise Bereiche mit erhöhtem Beratungsbedarf und unterstützt so Schuldnerberater sowie Finanzdienstleister dabei, effektive Präventionsmaßnahmen und Entschuldungskonzepte zu entwickeln. Auf diese Weise lassen sich Zahlungsausfälle gezielt reduzieren, Verbraucher umfassend über Risiken aufklären und langfristig eine nachhaltige Haushaltsplanung erreichen. Die fundierten Daten bilden eine wichtige Grundlage, um individuelle Strategien zur Schuldenbewältigung vorzuschlagen und finanzielle Stabilität nachhaltig zu fördern.

