Wird RFID den Barcode im Einzelhandel ablösen?

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Der Barcode hat nicht nur im Einzelhandel, sondern in der gesamten Logistik- und Lagerbranche einen beeindruckenden Siegeszug hingelegt. Noch ist eine Welt ohne die allgegenwärtigen, schwarzen Balken undenkbar.

Doch die Zukunftstechnologie ist bereits auf dem Vormarsch. Werden funkende RFID-Chips bald flächendeckend zum Einsatz kommen und nicht nur den Barcode, sondern sogar das Kassenpersonal ersetzen?

Blickt man hinter die Kulissen der Handelsketten, dann sind RFID-Chips in modernen Lagern schon heute die Normalität. RFID steht für Radio Frequency Identification und bezeichnet eine Technik, mit der Waren, aber auch Menschen, über Radiowellen identifiziert und lokalisiert werden können. Dafür werden beispielsweise die Transportbehälter, in denen sich die angelieferten Waren befinden, mit einem RFID-Tag ausgestattet, der sich einfach anbringen lässt.

Der wohl größte Vorteil besteht darin, dass bei der RFID-Technologie deutlich mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden können als bei einem Barcode. (#01)

Der wohl größte Vorteil besteht darin, dass bei der RFID-Technologie deutlich mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden können als bei einem Barcode. (#01)

Welche Vorteile bietet RFID gegenüber dem Barcode?

Der wohl größte Vorteil besteht darin, dass bei der RFID-Technologie deutlich mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden können als bei einem Barcode. Zudem lassen sich durch den besseren Informationsaustausch zwischen allen Prozessen selbige optimieren, werden effektiver und kostensparender möglich. Zusätzliche Informationen stehen ohne Zeitverzögerung zur Verfügung und erlauben den Austausch mit anderen Systemen. Gleichzeitig lassen sich Fehler beim Auslesen minimieren, was wiederum zu mehr Effektivität und Genauigkeit führt.

An dieser Stelle eine kleine Übersicht über die wichtigsten Vorteile, die RFID gegenüber dem Barcode hat:

  • Identifikation ohne Kontakt möglich
  • Signale sind durch verschiedene Materialien zu senden bzw. zu empfangen
  • Auslesbarer und beschreibbarer Transponder
  • Schnellere Erfassung
  • Gleichzeitige Erfassung mehrerer Transponder
  • Anpassbare Größe des Transponders
  • Sicherheit durch Kopierschutz
  • Verschlüsselung möglich
  • Datenspeicherung auf dem Chip
  • Auslesen selbst bei Verschmutzung möglich

Die Daten, die auf dem RFID-Chip gespeichert werden, können im Laufe des Produktionsprozesses erweitert und geändert werden, was bei einem Barcode nicht möglich ist.

Video: Hannover Messe 2017 – RFID Kabelbinder und Lesegeräte

RFID benötigt zwei Komponenten

Ein RFID-Tag besteht aus einem Microchip und einer Antenne. Eine eigene Stromquelle benötigt der Tag nicht, weil er nur so wenig Energie braucht, dass das elektromagnetische Feld des Scanners ausreicht, um die Informationen, die auf dem Chip gespeichert werden, über die Antenne zu versenden. Die fehlende Stromquelle ist ein Grund dafür, warum RFID-Chips mittlerweile so günstig sind. Vor allem in Modefilialen werden sie bereits seit Jahren als Diebstahlschutz eingesetzt. Dort sind sie unauffällig ins Etikett eingearbeitet.

Auch im Lebensmitteleinzelhandel sind RFID-Chips keine Neuheit mehr. Die Metro-Gruppe experimentiert bereits seit 2004 mit der Funktechnologie. In Lager und Logistik hat sich RFID schnell durchgesetzt, lässt sich damit doch die Arbeit enorm vereinfachen und somit auch bares Geld sparen. Die Entladung eines LKW geht im Schnitt zwischen 20 und 30 Minuten schneller, wenn nicht jede Ladeposition von Hand mit einem Barcodescanner erfasst werden muss.

Ist die Ladung mit RFID-Chips versehen, dann genügt es, wenn der Gabelstapler, der diese entlädt, mit der Palette durch eine Scanner-Schleuse fährt. (#02)

Ist die Ladung mit RFID-Chips versehen, dann genügt es, wenn der Gabelstapler, der diese entlädt, mit der Palette durch eine Scanner-Schleuse fährt. (#02)

Barcodes sind fehleranfällig und unbequem

Ist die Ladung mit RFID-Chips versehen, dann genügt es, wenn der Gabelstapler, der diese entlädt, mit der Palette durch eine Scanner-Schleuse fährt. Schon ist erfasst, was ins Lager kommt. Gleiches funktioniert natürlich auch bei der Beladung eines LKW. Für das Ladepersonal wird die Arbeit auf diese Weise deutlich leichter. Barcodes sind ein optisches System. Der Scanner muss den Strichcode sehen können, sonst kann er ihn nicht erfassen. Deshalb muss der Lademeister diesen erst suchen, bevor er ihn abscannen kann. Ist das Etikett mit dem Barcode nicht in einwandfreiem Zustand, zum Beispiel verschmutzt oder zerrissen, bereitet das zusätzliche Probleme.

RFID-Chips hingegen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Die Hersteller haben sich auf verschiedene Frequenzbereiche geeinigt, die als Standard gelten. Im Bereich des kontaktlosen Bezahlens zum Beispiel ist der Funkbereich relativ gering, damit nicht plötzlich die Bank- und Kreditkarten anderer Kunden in der Kassenschlange aktiviert werden. Im Industriebereich ist die Funkstärke schon ausgeprägter, damit man eben nicht vom Stapler absteigen muss, um einen Chip auszulesen.

Standardchips für wenige Cent sehen aus wie Aufkleber und sind einfach in der Handhabung. Hochseecontainer beispielsweise stellen ganz andere Anforderungen. Die hier angebrachten RFID-Chips müssen nicht nur stärkere Funksignale senden, sondern auch wasserfest und stoßfesten sein. Mittlerweile gibt es für jeden Anwendungsbereich den passenden Chip.

Der Kunde hat weniger Arbeit und muss keine Schlange mehr stehen, der Laden spart sich das Kassenpersonal. Außerdem könnte auf diese Weise die Diebstahlrate deutlich gesenkt werden. (#04)

Der Kunde hat weniger Arbeit und muss keine Schlange mehr stehen, der Laden spart sich das Kassenpersonal. Außerdem könnte auf diese Weise die Diebstahlrate deutlich gesenkt werden. (#04)

Geringe Kosten machen RFID massentauglich

Durch die Weiterentwicklung und Massenproduktion ist der Preis mittlerweile bis in den niedrigen einstelligen Cent-Bereich gefallen. Damit wird die RFID-Technologie nun auch für Güter des täglichen Bedarfs interessant. Sogar dann, wenn sie selbst nur wenige Euro oder sogar Cent kosten. Die unauffällige Integration in die Verpackung ist schon heute kein Problem. Die kleinsten RFID-Tags sind gerade mal so groß wie ein Reiskorn. Das sind jene, die Mensch und Tier sogar unter die Haut gepflanzt werden.

Die Zukunftsvision des Einzelhandels ist klar: Irgendwann einmal soll jedes Produkt mit einem RFID-Chip ausgestattet sein, der den Barcode tatsächlich ersetzen könnte. Statt die Einkäufe an der Kasse alle vom Wagen aufs Band legen zu müssen, würden wir den Laden einfach durch den Ausgang verlassen. Ein Scanner erkennt automatisch, was wir wie oft gekauft haben. Der Kaufbetrag wird im Idealfall einfach vom Bankkonto abgebucht.

Der Kunde hat weniger Arbeit und muss keine Schlange mehr stehen, der Laden spart sich das Kassenpersonal. Außerdem könnte auf diese Weise die Diebstahlrate deutlich gesenkt werden.

Video: Bargeldverbot und RFID Chip für jeden! Was plant die Bundesregierung?

Neue Einsatzmöglichkeiten für RFID-Chips

RFID-Chips können im Prinzip überall dort angewendet werden, wo es auf eine schnelle Identifikation von Gütern und Objekten ankommt. Auch dort, wo Waren oder Güter im Produktions- und Logistikprozess überwacht werden müssen und wo es wichtig ist, jederzeit deren Standort zu kennen, kann RFID-Technologie zum Einsatz kommen. Ob in der Automobilindustrie oder bei Herstellungsprozesse, die auf eine Vielzahl an Zulieferern setzen – RFID bedeutet die Zukunft und könnte den gesamten Produktionsprozess deutlich erleichtern.

Die Angst jedoch, dass durch den Einsatz der Technologie Waren grundsätzlich verteuert werden, ist unbegründet. Denn RFID-Chips sind schneller und effizienter als die bisherigen Technologien. Derzeit ist die gesamte Elektronik, die für den RFID-Einsatz nötig wäre, noch vergleichsweise teuer und schlägt mit rund 50 Cent pro Etikett zu Buche. Für ein Einzelhandelsunternehmen ist das zu teuer.

Doch schon in wenigen Jahren sehen Experten den Preis auf 20 bis 25 Cent pro Stück gefallen, was den Einsatz von RFID rechtfertigt. Dabei sind noch weitere Preissenkungen möglich, denn die Fertigungstechnologien werden immer weiter verbessert, außerdem steigert sich das Volumen in der Chip-Fertigung rasant. Das alles bewirkt eine Vergünstigung pro Stück und so werden RFID-Chips in wenigen Jahren für die meisten Unternehmen alltagstauglich sein.

Was für den Einzelhandel ein großer Vorteil wäre, lässt Datenschützer die Haare zu Berge stehen. Denn natürlich wäre auf diese Weise auch eine lückenlose Überwachung des Konsumverhaltens möglich. (#03)

Was für den Einzelhandel ein großer Vorteil wäre, lässt Datenschützer die Haare zu Berge stehen. Denn natürlich wäre auf diese Weise auch eine lückenlose Überwachung des Konsumverhaltens möglich. (#03)

Datenschützer melden Sicherheitsbedenken an

Was für den Einzelhandel ein großer Vorteil wäre, lässt Datenschützer die Haare zu Berge stehen. Denn natürlich wäre auf diese Weise auch eine lückenlose Überwachung des Konsumverhaltens möglich. Je öfter der Kunde in einem Laden einkauft, desto maßgeschneiderte könnte die Werbung für ihn sein. Im Extremfall sendet seine Kreditkarte schon am Eingang den Namen, so dass der Kunde auf einem Bildschirm persönlich begrüßt wird. Beim Gang durch den Laden werden ihm Angebote angezeigt, die zu ihm passen.

Verständlich, dass diese Dauerüberwachung nicht jedem gefällt. Schon heute schützen sich viele Nutzer von Bank- und Kreditkarten mit RFID-Funktion mit speziellen Schutzhüllen vor unbefugten Zugriffen. Denn theoretisch kann die Daten auslesen, wer nah genug mit einem Scanner an die Karte kommt. Auch entsprechende Portemonnaies gibt es schon.

Was die Datenflut betrifft, verlangen Datenschützer, dass die auf dem Chip gespeicherten Informationen am Ausgang automatisch gelöscht werden. So könnte man zwar einerseits die Vorteile der Funktechnik nutzen, die Verbraucher müssten sich aber weniger Sorgen wegen der kommerziellen Verwertung ihres Einkaufsverhaltens machen. Hier ist laut Datenschützern der Gesetzgeber gefragt. Der Handel hält dagegen und sagt, dass durch den flächendeckenden Einsatz von RFID ein so großer Datenberg erzeugt werden würde, dass deren Auswertung ohnehin nicht wirtschaftlich sei. Der Einzelne würde im Datensumpf förmlich untergehen.

Für den Verbraucher stellt sich nun die Frage, ob er zum gläsernen Kunden wird, wenn sich RFID-Chips für alle Bereiche durchsetzen können. Umgekehrt sollten sie sich aber fragen, ob das nicht schon längst der Fall ist. Denn Kunden- und Rabattkarten erfassen alle Einkäufe, die wir tätigen, und werten unsere Vorlieben zu Produkten und deren Eigenschaften aus. Es braucht keine intelligenten Etiketten, um vielfältige Informationen über den Kunden zu sammeln.

Hingegen speichern die RFID-Chips lediglich Daten, die zu dem jeweiligen Produkt gehören und erst mit der Bezahlung mit dem Kunden verknüpft werden. Dabei ist die Karte, mit der bezahlt wird, der Schlüssel, denn hier laufen die Daten zusammen und nicht auf den RFID-Chips. Das bedeutet wiederum, dass nicht die RFID-Chips das Problem sind, sondern der Umgang mit den gesammelten Daten, wobei anzumerken ist, dass bereits jetzt genügend technische Möglichkeiten vorhanden sind, um die persönlichen Kundendaten besser zu schützen.

Theoretisch wäre es möglich, RFID-Chips unsichtbar in Waren zu verstecken. (#05)

Theoretisch wäre es möglich, RFID-Chips unsichtbar in Waren zu verstecken. (#05)

Unsichtbare RFID-Chips?

Theoretisch wäre es möglich, RFID-Chips unsichtbar in Waren zu verstecken. Praktisch ist das erstens nicht nötig, zweitens kaum gewinnbringend und drittens sehr schwer. Denn die Chips sind zwar ungefähr so groß wie ein Sandkorn, besitzen allerdings deutlich größere Antennen. Diese müssen vorhanden sein, damit die Lesegeräte überhaupt etwas erkennen und Informationen sammeln können. Viele Menschen haben vor der Vorstellung Angst, es könnte jemand einen RFID-Chips in ihrer Schuhsohle oder einem anderen Teil der Kleidung verstecken. Doch selbst wenn das möglich wäre, wie sollten hier die Daten zusammengeführt werden? Wie soll der Chip wissen, wem der Schuh gehört? Die oft in Filmen gezeigte Technik der Geheimdienste ist nun wahrlich nicht alltagstauglich und sollte kein Grund sein, sich vor der neuen Technologie zu fürchten!

Sinnvoll ist allerdings eine Möglichkeit zur Kennzeichnung von Ware, die mit RFID arbeitet. Eine solche Lösung fordern auch Verbraucherschützer und werden dabei von den Herstellern der Chips durchaus unterstützt. Bisher ist es möglich, ein intelligentes Etikett nach dem Kauf der Ware zu entfernen. Das wird direkt im Geschäft erledigt oder ist auch zu Hause möglich. Teilweise haben die Handelsunternehmen schon Löschstationen in den Umlauf gebracht, mit denen die Daten, die auf dem RFID-Chip gespeichert sind, gelöscht werden können. Auf dem amerikanischen Markt sind Geräte erhältlich, die die Funksignale der Chips stören, indem sie sie überlagern. Keine besonders elegante Lösung übrigens für alle, die Angst vor Elektrosmog haben!

Das Auslesen der Daten lässt sich also verhindern, allerdings ist es ohnehin schwierig, an diese zu kommen. Der Interessent müsste schon bis auf mindestens 70 cm Nähe an den Chip herankommen – und das fällt auf!

RFID-Chips als Möglichkeit, den Arbeitnehmer auszuspionieren?

Arbeitgeber und Staat sammeln jede Menge Daten über einzelne Personen. Das geschieht auch unabhängig davon, ob nun RFID-Technik eingesetzt wird oder nicht. Allerdings müssen die Hersteller der Chips zugegeben, dass theoretisch umfassende Überwachungsmöglichkeiten durch die neue Technologie entstehen. Der Gesetzgeber sowie Betriebsräte und Tarifparteien werden nach praktikablen Lösungen suchen müssen, mit denen sich die Interessen der Arbeitnehmer schützen lassen, ganz so, wie es bisher auch schon der Fall ist.

Denn die meisten Arbeitgeber sammeln unzählige Daten über ihre Angestellten und müssen diese dank gesetzlicher Regelungen sensibel behandeln. Dabei geht es nicht nur um personenbezogene Daten, sondern auch um Auswertungen zu Leistung, Verhalten und Motivation des Mitarbeiters. Ein Missbrauch der Daten wird durch die aktuellen Gesetze verhindert.

Die Menschen haben nicht nur Angst davor, durch RFID-Chips zum gläsernen Verbraucher zu werden, sondern sie befürchten auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. (#06)Die Menschen haben nicht nur Angst davor, durch RFID-Chips zum gläsernen Verbraucher zu werden, sondern sie befürchten auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. (#06)

Die Menschen haben nicht nur Angst davor, durch RFID-Chips zum gläsernen Verbraucher zu werden, sondern sie befürchten auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. (#06)

Angst vor RFID-Chips? Das Thema Strahlung näher betrachtet

Die Menschen haben nicht nur Angst davor, durch RFID-Chips zum gläsernen Verbraucher zu werden, sondern sie befürchten auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Interessanterweise werden derartige technologische Neuerungen immer stärker hinterfragt als die bereits bestehende Technik, dennoch stellt sich die Frage nach der Strahlungsintensität. Dabei gilt: Die Geräte, die zum Auslesen der RFID-Chips verwendet werden, arbeiten mit ganz normalen Funkwellen, wie sie auch für Radio und TV genutzt werden. Die Wellenlängen sind allerdings kürzer, was dazu führt, dass die Chips ebenfalls nur mit schwachen Signalen antworten.

Manche Lesegeräte haben hier bereits Schwierigkeiten, denn die Signale kommen kaum beim Gerät an. Die Funkstrahlung ist schon wenige Meter vom Chip entfernt nicht mehr messbar und so lassen sich die gesuchten Daten nur dann auslesen, wenn der Leser direkt an den Chip gehalten wird. Wer hier etwas abhören oder auslesen möchte, muss schon direkt an dem sendenden RFID-Chip stehen, was es Unbefugten nahezu unmöglich macht, unauffällig an Daten zu gelangen, die nicht in ihre Hände gehören.

Video: Was ist ein Barcode?

Fazit: Wird uns der Barcode verlassen müssen?

Trotz aller Vorteile der RFID-Technologie wird die Barcode-Variante noch in Zukunft für uns arbeiten und ihren Einsatz finden. Der GS1-Standard beispielsweise erlaubt eine fehlerfreie Erfassung der Strichcodes und der Daten, die damit verbunden sind. Außerdem werden die Verwaltung von Lagerplätzen und die Kommissionierung auch zukünftig über Barcodes gesteuert werden, denn hierbei geht es vor allem um die Entnahme von Artikeln und um das Zusammenbringen von Lagerplätzen und Lagergut.

Der Produktionsprozess ist zu diesem Zeitpunkt längst abgeschlossen, weshalb auch keine Veränderungen am Produkt mehr möglich sind, die irgendwie gespeichert werden müssten. Ein weiteres wichtiges Argument dürfte die Kosten betreffen, denn auch wenn die RFID-Technologie in einigen Jahren deutlich günstiger als heute sein wird, so wird der Barcode diesen Preis doch immer noch unterbieten. Allein die Kosten werden für viele Unternehmen ein Grund dafür sein, nicht vom bewährten Barcode abzuweichen.

Letzten Endes lassen sich zwar viele Vorteilte feststellen und RFID weiß sich in fast allen Punkten gegenüber dem Barcode zu behaupten, dennoch ist der Kostenfaktor allein Grund, warum viele Unternehmen RFID gegenüber skeptisch sind. Zudem ist die Technik für die Verwendung des Barcodes bereits vorhanden und warum sollte eine funktionierende Technik durch ein gänzlich neues System ersetzt werden? Ob der Kostenfaktor allerdings auf Dauer ein Argument sein wird, bleibt abzuwarten und ist zudem von der konkreten (und nicht nur von der voraussichtlichen) Preisentwicklung der RFID-Technologie abhängig.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Robert Kneschke-#01: _wk1003mike -#02: Dmitry Kalinovsky -#03: Lisa S.-#04: cunaplus-#05: Tatchaphol  -#06: sirtravelalot

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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