10 Möbelhersteller aus Deutschland: Möbel Made in Germany!

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Deutsche Möbelhersteller liegen weltweit hoch im Kurs bei Käufern. Nur in den USA und China werden aktuell mehr Möbel hergestellt. Dennoch scheint gerade im Inland die Nachfrage nach heimischen Möbeln zu stagnieren. Wir beleuchten die Situation etwas genauer.

Gutes Exportgeschäft für deutsche Möbelhersteller

Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) hat Anfang 2019 aktuelle Zahlen für die Entwicklungen auf dem deutschen Möbelmarkt vorgelegt. Demnach ist die Prognose auch für das laufende Jahr im Prinzip optimistisch, was aber in erster Linie am guten Exportgeschäft liegt. Die Nachfrage im Inland stagniert und könnte in Zukunft sogar zurückgehen.

Zwar haben die deutschen Konsumenten inzwischen viele neue Bereiche entdeckt, in denen Möbel bislang eher stiefmütterlich behandelt wurden (so zum Beispiel in Designbädern oder Wohnküchen), aber beim Einkauf in den großen Möbelmärkten werden häufig günstigere Anbieter aus dem Ausland bevorzugt. Nichtsdestotrotz sind die Zahlen des VDM angesichts dieses schwierigen Umfelds durchaus beeindruckend.

Im Jahr 2018 konnten die deutschen Möbelhersteller ein leichtes Umsatzplus verzeichnen, doch die Exportsituation könnte sich nicht zuletzt wegen der Ungewissheit des Brexits in 2019 und den Folgejahren negativ entwickeln. Daher sind bei den aktuellen Prognosen auch Szenarien eines ungeregelten Brexits berücksichtigt, die sich voraussichtlich mit einem Exportminus nach Großbritannien von ca. 25 Prozent bemerkbar machen könnten, so der VDM. Die Zuwächse auf anderen Exportmärkten könnten dies zwar abfangen, doch unter dem Strich werde dann kaum mit einem Umsatzanstieg bei den Exporten zu rechnen sein. Läuft der Brexit doch noch geregelt ab, könnten die Umsätze hingegen bis zu 2 Prozent wachsen und die Exporte zwischen 3 bis 5 Prozent ansteigen.

Schaut man sich die Branchenzweige genauer an, fällt auf, dass die klassischen Polstermöbelhersteller vor einer Herausforderung stehen, weil Wohnzimmermöbel im vergangenen Jahr nur durchschnittliche Absatzzahlen erzielen konnten. Anders sieht das aus, wenn man die Polstermöbel im Zusammenhang der Funktionsmöbel für Landhausküchen, Designküchen und Designbäder betrachtet. Denn immer häufiger werden die eigentlich als Wohnzimmermöbel klassifizierten Sofas in abgewandelter Form in Bädern und Küchen eingesetzt, um neue Wohnwelten zu erschaffen.

Stabile Umsätze hatten die Küchenhersteller, die mit neuen Ideen nicht nur ihre herkömmlichen Landhausküchen aufpeppen, sondern auch völlig neue Konzepte für moderne Küchen vorstellen konnten. Allein die Küchenhersteller verzeichneten in den ersten zehn Monaten 2018 einen Umsatzanstieg von 6,2 Prozent. Dies wiederum vor allem deshalb, weil Made in Germany in erster Linie im Ausland gut funktioniert – im Inland fiel die Umsatzsteigerung mit 4,8 Prozent deutlich geringer aus, war aber immerhin spürbar.

Wenn es um Küchen oder den normalen Schrank für das Schlafzimmer oder Büro geht, sind deutsche Kunden insbesondere für Funktionsmöbel eher so gepolt, möglichst günstig einzukaufen.

Wenn es um Küchen oder den normalen Schrank für das Schlafzimmer oder Büro geht, sind deutsche Kunden insbesondere für Funktionsmöbel eher so gepolt, möglichst günstig einzukaufen. (#01)

Im Ausland produzierende Möbelhersteller stehen besser da

Wenn es um Küchen oder den normalen Schrank für das Schlafzimmer oder Büro geht, sind deutsche Kunden insbesondere für Funktionsmöbel eher so gepolt, möglichst günstig einzukaufen. Dabei sind die einschlägigen großen Möbelmärkte der Hauptumschlagsplatz für die Möbelindustrie. Dass ein billiger Schrank aus chinesischer Produktion für kurze Zeit sein Geld wert sein kann, ist dabei unbestritten und bedient zweifellos die Bedürfnisse von Kunden, die sich hochwertigere Produkte deutscher Möbelhersteller nicht leisten können oder wollen.

Wer allerdings erwartet, mit solch einem Schrank dreimal umziehen zu können, sollte doch etwas mehr in seine Büro- oder Küchenmöbel investieren. Immerhin konnten deutsche Möbelhersteller bei Büro- und Ladenmöbeln ein Umsatzplus von 6,5 Prozent erzielen. Hier macht sich vielleicht auch der Trend zum Home Office bemerkbar, der die Nachfrage entsprechend befeuert. Weniger gut sieht es bei Matratzen aus – hier scheinen Preiskampf und Importkonkurrenz für die deutschen Möbelhersteller ein zunehmendes Problem zu sein, denn die Umsätze sanken um 11,5 Prozent.

Die Polstermöbelindustrie hat für sich gesehen ein eher schlechtes Ergebnis zu verzeichnen: Ein Umsatzrückgang von 5,7 Prozent bedeutet Einbußen von über 760 Millionen Euro. Allerdings betraf das vor allem rein in Deutschland aktive Hersteller; die Möbelhersteller mit Produktionsstandorten im Ausland hatten ein besseres Umsatzjahr und lediglich Einbußen von 1,7 Prozent zu verzeichnen.

Obwohl die Importe aus den USA und China bei den Möbeln weiter zunehmen, liegen die deutschen Möbelhersteller in Europa unangefochten weiterhin an erster Stelle.

Obwohl die Importe aus den USA und China bei den Möbeln weiter zunehmen, liegen die deutschen Möbelhersteller in Europa unangefochten weiterhin an erster Stelle.(#02)

In Europa sind die deutschen Möbelhersteller marktführend

Obwohl die Importe aus den USA und China bei den Möbeln weiter zunehmen, liegen die deutschen Möbelhersteller in Europa unangefochten weiterhin an erster Stelle. Mit dem Umsatzergebnis von insgesamt über 18 Milliarden Euro hat die deutsche Möbelindustrie 2016 sogar ein Rekordergebnis vorgelegt. Der Importdruck lässt sich nach Ansicht vieler Möbelhersteller nur durch Qualität überstehen. Gerade die hohe Qualität bringt jedoch betriebswirtschaftliche Probleme mit sich: Geringe Renditen machen notwendige Investitionen insbesondere für kleinere und mittlere Möbelhersteller schwierig.

Die Rabattschlachten in den großen Möbelhäusern sind für die Premiumhersteller, die vieles noch in Handarbeit produzieren, nicht zu gewinnen. Trotzdem können die Produzenten auf treue Kunden und einen extrem guten Ruf der deutschen Möbelhersteller im Ausland setzen, der sich auch in Zukunft nicht so schnell abnutzen wird. Skandale wie in der Autoindustrie sind jedenfalls nicht zu befürchten.

10 deutsche Möbelhersteller, die dem Markt fehlen würden

Dass der Markt für Möbel insgesamt um viele Innovationen und vor allem qualitativ um einiges ärmer wäre, muss man nicht näher erläutern. Wir haben uns daher ein paar der interessantesten Möbelhersteller herausgesucht, ohne die es in der Branche deutlich farbloser zugehen würde.

  • Hansgrohe – mehr als nur Wasserhähne
    Bei dem Namen Hansgrohe denken viele nur an Badezimmerarmaturen. Und tatsächlich hat sich das Unternehmen seit den 1920ern einen Namen für innovatives Design von Handbrausen gemacht. So war die berühmte „Selecta“ in den 60ern mit ihrem variablen Wasserstrahl eine echte Sensation. Heute produziert Hansgrohe längst nicht mehr nur schnöde Armaturen im Standarddesign, sondern bietet hochwertige Produkte vom Waschtisch bis zur Wanne, die ein Bad vom reinen funktionalen Ort in eine Wohlfühloase verwandeln können.Hansgrohe Deutschland Vertriebs GmbH
    Auestr. 5-9
    77761 Schiltach
    Tel.: +49 (0) 78 36 51-0
    Fax: +49 (0) 78 36 51-1141
    E-Mail: info@hansgrohe.de
    www. hansgrohe.de
  • Miele/Warendorf – Perfektion der Küchentechnologie
    Für Haushaltsgroßgeräte ist Miele seit Jahrzehnten bekannt. Dass Produkte von Miele immer auf dem technisch neuesten Stand und dabei sehr zuverlässig, langlebig und qualitativ hochwertig verarbeitet sind, rechtfertigt den höheren Preis, den man für Miele-Geräte ansetzen muss. Weil das Unternehmen aber längst erkannt hat, dass sie nicht nur als Gerätehersteller punkten können, sondern Kunden komplett auf Miele-Geräte abgestimmte Küchen kaufen möchten, führt die Firma seit einiger Zeit unter dem Namen Warendorf eigene Designküchen, die durch ihr sachliches Design und hohe Qualität überzeugen.Miele & Cie. KG
    Carl-Miele-Straße 29
    33332 Gütersloh
    www.miele.de
    Tel.: +49 (0) 52 41 89 – 0
    Fax: +49 (0) 52 41 89 – 20 90
    E-Mail: info@miele.de 
  • Alno – Küchenqualität aus Bayern
    In Pfullendorf setzt Alno als Küchenhersteller schon immer auf reine Qualität aus Deutschland. Der Möbelhersteller Albert Nothdurft, auf dessen Namen der Markenname basiert, machte das Unternehmen in den 1950ern groß. Inzwischen ist Alno der zweitgrößte Küchenhersteller der Welt.
    Alno AG
    Heiligenbergerstr. 47
    88630 Pfullendorf
    Tel.: +49 (0) 75 52 21-0
    Fax: +49 (0) 75 52 21-3789
    E-Mail: mail@alno.de
    https://www.alno.de/de/startseite
  • Design in Vollendung: Walter Knoll
    Puristisches, klares Design ohne Schnickschnack ist das Markenzeichen der 1925 gegründeten Firma von Walter Knoll. Er wollte sich damit bewusst von der 1865 gegründeten Familienmarke Knoll abheben und produziert seit 1937 seine modernen Designmöbel in Baden-Württemberg.
    Walter Knoll AG & Co. KG
    Bahnhofstraße 25
    71083 Herrenberg
    Telefon: +49(0)70 32/208-0
    Telefax: +49(0)70 32/208-250
    E-Mail: info@walterknoll.de
    www.walterknoll.de
  • Rolf Benz – der Vorreiter
    Lifestyle-Möbel sind kein Phänomen der Neuzeit. Schon 1964 produzierte Rolf Benz als Vorreiter des Lifestyle-Designs seine hochwertigen Polstermöbel. Wann immer ein Trend für Sofas und andere Wohnzimmermöbel gesucht wird, kann man bei Rolf Benz fündig werden.
    Rolf Benz AG & Co KG
    Haiterbacher Straße 104
    72202 Nagold
    Tel.: +49 (0)74 52 60 10
    Fax: +49 (0)74 52 60 12 82
    E-Mail: info@rolf-benz.de
    www.rolf-benz.de
  • Machalke – Individualität und Qualität
    Nicht jeder möchte Möbel von der Stange kaufen. Das fränkische Unternehmen Machalke ist mit seiner 30-jährigen Unternehmensgeschichte noch relativ jung, aber sehr erfolgreich in seinem Segment. Hier setzt man individuelle Wünsche der Kunden in bewährter Handwerksqualität um.
    Machalke Polsterwerkstätten GmbH
    Burkheimer Straße 20
    96272 Hochstadt
    Telefon: +49 (0) 9574 82 0
    Telefax: +49 (0) 9574 82 222
    E-Mail: info@machalke.de
    www.machalke.com
  • Koinor – Unvergänglichkeit als Konzept
    Namensgeber für das bayerische Unternehmen war der berühmte Diamant. Und genauso hochwertig, strahlend und langlebig sieht der Möbelhersteller seine Produkte. Modernes Design, das klassischer Wertarbeit nicht im Wege steht.
    Koinor Polstermöbel
    GmbH & Co. KG
    Landwehrstraße 14
    96247 Michelau
    Tel.: +49 (0)9571 892 0
    Fax: +49 (0)9571 833 10
    E-Mail: koinor-verkauf@koinor.de
    www.koinor.com
  • Frommholz – Klassik und Tradition Made in Germany
    Schon seit sechs Generationen fertigt der Polstermöbelhersteller Frommholz in Westfalen klassische Sitzmöbel nach alter Tradition – aber keinesfalls altbacken. Die hochwertigen Möbel sind vollständig in Deutschland produziert, inklusive aller Teile.
    Frommholz Polstermöbel
    GmbH & Co. KG
    Industriezentrum 14-20
    32139 Spenge
    Tel.: +49 (0) 5225 8775-0
    Fax: +49 (0) 5225 2075
    E-Mail: info@frommholz.de
    www.frommholz.de
  • COR – Design-Vordenker aus Rheda-Wiedenbrück
    Das Sitzen neu zu erfinden und den Sitzmöbeln neue Formen zu geben, ist das Credo von COR. Das Unternehmen produziert zeitlose Klassiker, die selbst nach über einem halben Jahrhundert nichts von ihrer modernen Eleganz verloren haben.
    COR Sitzmöbel
    Nonenstraße 12
    33378 Rheda-Wiedenbrück
    Tel.: +49 (0) 52 42 41 020
    Fax: +49 (0) 52 42 41 021 34
    E-Mail: info@cor.de
    www.cor.de
  • Bretz – pompöses Design und hohe Qualität
    Als die altbackenen Polstermöbel aus dem vergangenen Jahrhundert unmodern wurden, setzten die Erben der Marke Bretz in Gensingen auf die Neuerfindung des pompösen Stils vergangener Zeiten mit aktuellem Design. Alles natürlich verbunden mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch.
    Bretz Wohnträume GmbH
    Alexander-Bretz-Str. 2
    55457 Gensingen
    Tel.: +49 (0) 6727 89 50
    Fax: +49 (0) 6727 10 30
    E-Mail: cultsofa@bretz.de
    www.bretz.de 
Über die guten Exportzahlen können die Möbelhersteller Deutschlands kaum klagen. In ganz Europa sind führende Hersteller für Möbel aus allen Bereichen „Made in Germany“ gerne gesehen.

Über die guten Exportzahlen können die Möbelhersteller Deutschlands kaum klagen. In ganz Europa sind führende Hersteller für Möbel aus allen Bereichen „Made in Germany“ gerne gesehen. ESB Professional(#03)

Fazit: Die deutschen Möbelhersteller stehen im Prinzip gut da – jedenfalls beim Export

Über die guten Exportzahlen können die Möbelhersteller Deutschlands kaum klagen. In ganz Europa sind führende Hersteller für Möbel aus allen Bereichen „Made in Germany“ gerne gesehen. Zunehmender Importdruck aus China und USA belasten die Bilanz im eigenen Land jedoch zunehmend – hinzu kommt der Preisdruck durch Rabattschlachten der großen Möbelhäuser. Insbesondere in den kommenden Jahren werden sich die Auswirkungen eines möglicherweise ungeregelten Brexits für die deutschen Möbelhersteller negativ bemerkbar machen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: ESB Professional  -#01: Dmitry Kalinovsky-#02: ALPA PROD -#03: mavo

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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