Informationen für Verbraucher: Die richtige Gestaltung macht‘s

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Verbraucher wollen gut informiert sein – dabei kommt es aber auf die Art und Weise der Informationsübermittlung sowie auf die Darstellung der Hinweise an. Oft ist weniger mehr – wobei es nicht darauf ankommt, die Verbraucher im Unklaren zu lassen. Weitaus wichtiger ist es, über die relevanten Dinge zu informieren und das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß?

Wer hat nicht schon einmal gedacht, dass es besser gewesen wäre, dieses oder jenes nicht zu wissen? Doch bei manchen Dingen kommt es darauf an, umfassend informiert zu sein. So zum Beispiel bei allen Fragen, die den Verbraucher direkt betreffen. Verbraucherinformationen zählen daher als starkes Instrument im Rahmen einer ausgeklügelten Verbraucherpolitik. Schließlich sollen die Menschen in der Lage sein, Kaufentscheidungen bewusst zu treffen und langfristig richtige Entscheidungen zu treffen. „Richtig“ meint in dem Falle, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft wird – aus Sicht des Unternehmens. Im Sinne einer langfristigen guten Kundenbeziehung muss das Verkaufte aber qualitativ hochwertig sein und die zugehörigen Informationen müssen wichtig und richtig sein. Dabei sollen sie aber gleichzeitig nützlich und leicht nutzbar sein, was bei vielen Verbraucherinformationen nicht der Fall ist. Meist prasseln sie einfach nur auf den Kunden ein – die Fülle an Informationen kann kaum gefiltert werden. Was ist wichtig und was nicht? Worauf kommt es an, wenn ich mich für ein Produkt entscheide? Für Unternehmen heißt das, dass sie besser auf eine abgespeckte Version der Informationen setzen und diese dafür kurz halten sollten. Außerdem müssen sie in einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen.

Verbraucherinformationen abschaffen?

Die Forderung, Verbraucherinformationen doch besser gleich abzuschaffen, greift aber zu kurz. Es kommt vielmehr darauf an, diese so kurz und knapp wie möglich, dabei aber so umfassend wie nötig zu gestalten. Die Informationen müssen gut verständlich sein, dürfen aber nicht überhand nehmen. Zu den einzelnen Aussagen sollten keine langen Erklärungen nötig werden und die Hinweise müssen auch von Menschen, die zum Beispiel unter Zeitnot stehen, verstanden werden. Das Idealbild eines Kunden hat aus Sicht der Wirtschaft sicherlich viel Zeit und studiert auch noch die 10. Seite einer Packungsbeilage aufmerksam. In der Realität sieht das aber anders aus: Hier scannt das Auge des Verbrauchers nach fett gedruckten Wörtern, nach wichtigen Hinweisen, die sich auf den ersten Blick erschließen. Informationen können aber auch „Anstupser“ sein, die den Verbraucher in seinem Konsumverhalten beeinflussen. Das beste Beispiel dürften hier die Bilder auf Zigarettenschachteln sein – wobei sich ein echter Raucher davon nicht abschrecken lassen wird.

Verbraucherinformationen und deren Gestaltungsmöglichkeiten sind immer wieder Bestandteil von Aktionen im Rahmen einer ausgefeilten Verbraucherpolitik, die dazu führen soll, die Rechte der Verbraucher sowie deren Möglichkeiten als solche zu stärken. Der Mensch soll in der Lage sein, eine realistische Einschätzung von Dingen, die er konsumiert, zu treffen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Verbraucherinformationen ein Instrument der Verbraucherpolitik sind, diese aber immer im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen zu sehen sind. Inzwischen beschäftigt sich sogar ein Sachverständigenrat mit dem Thema der Informationspflichten für den Verbraucher sowie mit den Möglichkeiten, die sich dadurch für Unternehmen ergeben.


Bildnachweis: © Fotolia – F. Seidel

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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