Fair Trade im Einzelhandel

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Für eine nachhaltige und sozial verträgliche Entwicklung ist Fair Trade ein wichtiges Element. Das gilt vor allem für die internationalen Handelsbeziehungen, die die Grundlage für eine gerechtere Welt sind.

Wissenswertes zum fairen Handel

Fair Trade ist eine feste Definition im internationalen Markt. Es handelt sich dabei um eine wichtige Handelspartnerschaft, die darauf ausgerichtet ist, den Dialog zu fördern. Die Transparenz soll verstärkt werden, mit dem Hauptziel, gerechte Handelsbeziehungen aufzubauen. Die optimierten Bedingungen im Handel erstrecken sich auch auf die Produktion. Es geht um die Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit, um den Respekt vor bisher benachteiligten Produzenten und auch um die Lebensbedingungen der Arbeiter. Gerade in den Ländern der Dritten Welt gibt es für den fairen Handel noch viel zu tun.

Das Engagement für die nachhaltige Entwicklung stärkt das Bewusstsein bei den Partnern sowie bei den Verbrauchern. Begleitet von groß angelegten Kampagnen können die Fair Trade Partner tatsächlich etwas verändern und den Welthandel gerechter gestalten.

Video: Planet Wissen – Wie fair ist Fairtrade?

Fair Trade von zwei Seiten aus betrachtet

In Deutschland wird der faire Handel durch das BMZ unterstützt. Dieses ist daran interessiert, einerseits die Zusammenarbeit mit den produzierenden Unternehmen zu fördern und andererseits die Verbraucher zu informieren. Die verstärkte Präsenz des Fair Trade zeigt auf, wie die gerechten Handelsbeziehungen funktionieren und wie die Arbeitsbedingungen verbessert werden können.

Die Produktionskosten stehen auf der einen Seite, die Kosten der Endprodukte auf der anderen. Allerdings haben die Verbraucher selbst mehr Einfluss auf die Entwicklung, als sie oft glauben. Abhängig davon, was sie kaufen, können sie die nachhaltigen Fair Trade Händler unterstützen und damit die Unternehmen schädigen, die weder zukunftsorientiert noch gerecht agieren. Es ist also möglich, den Arbeitern in den Entwicklungsländer gezielt zu helfen.

Durch den gut organisierten fairen Handel ist es den Produzenten möglich, sich vor Ort zusammenzuschließen oder auf andere Art ihre Organisation zu stärken. Sie können besser wirtschaften und in der Folge die eigenen Umgebungsbedingungen optimieren.

Die freie Wirtschaft bedeutet für den fairen Handel keine Einschränkung. Es gibt keine speziellen Zollbestimmungen oder Beschränkungen. (#01)

Die freie Wirtschaft bedeutet für den fairen Handel keine Einschränkung. Es gibt keine speziellen Zollbestimmungen oder Beschränkungen. (#01)

Fair Trade und freie Wirtschaft: Funktioniert das?

Die freie Wirtschaft bedeutet für den fairen Handel keine Einschränkung. Es gibt keine speziellen Zollbestimmungen oder Beschränkungen. Ebenso wie der normale Warenhandel unterliegt der faire Handel den gleichen Regelungen. Beim Zoll geht es dabei beispielsweise um die Beschränkungen und Richtlinien, die bei einem Import aus einem Land außerhalb Europas gelten.

Ein erster Hinweis auf Fair Trade Waren ist leider oft der Preis. Das bedeutet, dass die Kunden für ihre faire Kaufentscheidung mehr bezahlen müssen. Auf dem Wirtschaftsmarkt ist das ein schwieriges Thema, denn jedes Handelsunternehmen muss um seine Position kämpfen. Tatsächlich fällt der Marktanteil von fair gehandelten Waren oft sehr gering aus. Die deutschen Verbraucher kaufen beispielsweise nur etwa 2 % Fair Trade Kaffee. Immerhin können sich die Fair Trade Kaffeemarken gegenüber den anderen Produzenten behaupten, denn obwohl der Kaffeeverbrauch aktuell zurückgeht, steigen die Fair Trade Absätze leicht an.

Fair Trade: Das Marktsegment der Zukunft

Neben den Fair Trade Marken wie GEPA und claro fair trade setzen inzwischen auch einige Supermärkte und Einzelhändler auf fair gehandelte Produkte mit den entsprechenden Gütesiegeln. Die zusätzlichen Waren ergänzen das klassische Angebot und rüsten sozusagen für die Zukunft auf.

Allmählich wird durch die Qualitätssiegel und das Verantwortungsbewusstsein eine Kette losgetreten:

  • Die Qualität der Fair Trade Waren weckt das Kundeninteresse und regt einen Wachstumsprozess an,
  • es gibt ein immer größeres Angebot und mehr Marken in diesem Marktsegment,
  • die Waren werden vielfältiger und steigern die Nachfrage,
  • die Bedürfnisse der Kunden werden zur Basis für neue Produzenten und Handelspartnerschaften.

In der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist die Rede davon, dass der Fair Trade ein enormes Potenzial hat, das gerade erst wahrgenommen wird und den großen Ansturm noch vor sich hat.

Beim alltäglichen Einkauf denken viele Kunden nicht an die Bedingungen, die im produzierenden Land herrschen. Wer sich bewusst macht, was fairer Handel bedeutet, der entscheidet sich jedoch für mehr Gerechtigkeit in vielen Bereichen. (#02)

Beim alltäglichen Einkauf denken viele Kunden nicht an die Bedingungen, die im produzierenden Land herrschen. Wer sich bewusst macht, was fairer Handel bedeutet, der entscheidet sich jedoch für mehr Gerechtigkeit in vielen Bereichen. (#02)

Gerecht handeln: Eigentlich eine Selbstverständlichkeit

Beim alltäglichen Einkauf denken viele Kunden nicht an die Bedingungen, die im produzierenden Land herrschen. Wer sich bewusst macht, was fairer Handel bedeutet, der entscheidet sich jedoch für mehr Gerechtigkeit in vielen Bereichen. Auch als einzelner Verbraucher kann man etwas bewirken. Die Waren aus Fair Trade Produktion mögen ein bisschen teurer sein, doch mit dem Kauf hilft man dabei, die Welt besser zu machen.

Im https://www.dw-shop.de/ erfährt man mehr über die Prinzipien des Fair Trade und die verstärkte Transparenz in diesem Bereich. Die internationalen Handelsbeziehungen der Verantwortlichen zeugen von großem Respekt und setzen auf eine starke Interaktion. In diesem Sinne sind die fair gehandelten Waren ein sehr erfolgreiches Zukunftskonzept.

Die Kennzeichnung der Fair Trade Waren

Beim Einkaufen sind die Prüfsiegel der nachhaltigen Waren nicht zu übersehen. Es gibt mehrere Organisationen, die ein solches Siegel vergeben, beispielsweise FLO, WFTO und GEPA. Viele Zertifikate zeigen ein Logo, das auf die fairen Bedingungen hinweist.
Häufig sind es Erzeugnisse aus der Landwirtschaft, die ein solches Zertifikat tragen, beispielsweise Tee, Pflanzen und Baumwolle.

Diese Rohstoffe werden zum garantierten Preis eingekauft, was in dem Grundvertrag der fairen Handelsbeziehung mit dem Produzenten festgelegt wird. Der produzierende Betrieb und der Händler sind dabei gleichgestellte Geschäftspartner.

Förderungen sind durch Vorfinanzierungen möglich, zudem gibt es weitere wichtige Elemente wie:

  • Transfer von Know-how,
  • die Schaffung von sozial verträglichen Arbeitsbedingungen,
  • Gleichberechtigung.

Auch wenn die Produzenten benachteiligt sind, ist durch eine solche Partnerschaft ein erfolgversprechender Zugang zu den internationalen Märkten möglich.

Durch die faire Vereinbarung wird den Produzenten eine zuverlässige Abnahme zu einem guten Preis garantiert. Das macht es auch kleinen Unternehmen aus benachteiligten Ländern möglich, ihre Waren in den Industrienationen zu verkaufen. (#03)

Durch die faire Vereinbarung wird den Produzenten eine zuverlässige Abnahme zu einem guten Preis garantiert. Das macht es auch kleinen Unternehmen aus benachteiligten Ländern möglich, ihre Waren in den Industrienationen zu verkaufen. (#03)

Sichere Vereinbarungen für den fairen Handel

Detaillierte Verträge helfen dabei, die Handelsbeziehungen klar zu formulieren und Benachteiligungen zu vermeiden. Auf der einen Seite stehen die Handelsorganisationen, auf der anderen Seite die Erzeuger. Das können Kooperativen oder Einzelunternehmen sein, die teilweise bereits für ihr soziales Engagement bekannt sind. In der Vereinbarung werden Mindestabnahmemengen und Preise festgelegt.

Der Mindestpreis muss die Kosten der Produktion abdecken, wobei auch die sozialen und ökologischen Aspekte berücksichtigt werden. Er ist auch dann fällig, wenn der Weltmarktpreis aufgrund der wirtschaftlichen Schwankungen sinkt. Bei einem Marktpreis, der über den Mindestpreis liegt, gilt dieser höhere Preis.

Die Festlegung des Mindestpreises erfolgt üblicherweise über den Verband Fairtrade Labelling Organizations International (FLO). Zudem gibt es eine Prämie, wenn es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt. So lassen sich spezielle infrastrukturelle und soziale Verbesserungen durchführen wie der Bau einer Schule oder Subventionen für Arztbesuche.

Wo Fair Trade Produkte gekauft werden können

Durch die faire Vereinbarung wird den Produzenten eine zuverlässige Abnahme zu einem guten Preis garantiert. Das macht es auch kleinen Unternehmen aus benachteiligten Ländern möglich, ihre Waren in den Industrienationen zu verkaufen. So erhalten sie mehr Geld für die Produkte und die Verbraucher in den reichen Ländern bekommen etwas anderes als die konventionellen Waren.

In Deutschland erhält man die fair gehandelten Produkte inzwischen nicht nur in Naturkostläden, Fachgeschäften und „Weltläden“, sondern auch im normalen Einzelhandel. Auch das Internet bietet immer mehr Fair Trade Waren an. Auch hier sind die Kennzeichnungen sofort zu erkennen, die sicherstellen, dass es sich um zertifizierte Produkte handelt. Die großen Verbände mit ihren strengen Richtlinien haben jeweils ihre eigenen Logos, die den Käufern die gewünschte Sicherheit geben.

Für die Einzelhändler sowie für die Kunden sind die Bestimmungen und die gut erkennbaren Prüfsiegel eine gute Absicherung. Seit 2002 gibt es ein internationales Logo für Fair Trade, das nicht nur die Abläufe im Warenverkehr erleichtert, sondern auch die Marketingarbeit unterstützt. In den Staaten der EU sowie bei der Weltbank ist die Einstellung gegenüber dem fairen Handel sehr positiv, was die Verbraucher sowie die Einzelhändler deutlich spüren.

Video: ORF Weltjournal-Doku Fairtrade

Von der Produktion über den Import zum Verbraucher

Fair Trade bezieht sich auf Erzeugnisse auf der Landwirtschaft, also auf die Gewinnung von Rohstoffen, manchmal aber auch auf die weitere Produktion von Waren. Je nachdem, ob es sich um Lebensmittel, Kunsthandwerk, Hartwaren oder Textilien handelt, spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle. Im Optimalfall können faire Bedingungen auf sämtlichen Ebenen sichergestellt werden. Dieser Prozess ist langwierig und arbeitsintensiv, doch der Aufwand lohnt sich.

Die Verbraucher, die verantwortungsbewusst kaufen, liefern einen Beitrag zur nachhaltigen und gerechten Entwicklung. Inzwischen weitet sich der Begriff der wirtschaftlichen Fairness auch auf Bereiche wie den Tourismus aus, also auf Fair Travel. Zudem spielen die Fair Trade Kriterien auch bei der Herstellung von Elektronik und IT eine immer bedeutendere Rolle. Der Weg in eine gerechte Zukunft beginnt zwar bei der Produktion, doch die Verantwortung liegt zum großen Teil auch bei den Händlern aus dem Im- und Export und natürlich bei den Kunden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: wavebreakmedia-#01: wavebreakmedia-#02:  vectorfusionart-#03: Robert Kneschke

Über 

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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