Europäischer Einzelhandel: Das Wachstum ist langsam

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Die GfK hat eine umfassende Studie veröffentlicht, in der es um die Rahmenbedingungen sowie um die Kaufkraft geht. Beides sind wichtige Punkte für den Einzelhandel. Berücksichtigt wurden bei der Analyse der Daten auch die Inflation sowie die Produktivität je Fläche. Daraus lässt sich eine Prognose für den Umsatz 2016 erstellen.

Welche Ergebnisse zeigte die Studie?

In der Studie der GfK kam zutage, dass die Wirtschaftsleistung des Einzelhandels in Europa zwar gewachsen ist, jedoch nicht ganz so stark wie erwartet. Außerdem konnte die Arbeitslosigkeit gesenkt werden. Der Anstieg der Kaufkraft betrug etwa 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der EU-Bürger hatte also letzten Endes mehr Geld in der Tasche. Es wird nun davon ausgegangen, dass sich das Umsatzplus auch in 2016 zeigen wird. Doch auch wenn das Wachstum weiter anhält, wird es doch gebremst werden. Die Länder, in denen das stärkste Wachstum erwartet wird, sind Rumänien, die baltischen Staaten, Schweden und Spanien.

Eine seltene Situation zeigte sich bei der Auswertung der Ergebnisse: Die Preise, die der Verbraucher zahlen musste, blieben in 2015 ungefähr konstant. Für 2016 wird jedoch von einer Teuerungsrate von 0,5 Prozent ausgegangen. Die Inflation wird voraussichtlich geringer ausfallen, weil auch die Rohstoffpreise weniger stark steigen.

Für den stationären Einzelhandel in Europa gibt es gute Neuigkeiten: Die Flächenproduktivität ist um 2,7 Prozent gestiegen, wenn 2014 und 2015 miteinander verglichen werden. Preislich gesehen sind das 4.200 Euro je Quadratmeter Verkaufsfläche. Diese Werte waren lange Zeit rückläufig, nun konnte die Performance aber schon das zweite Mal in Folge zulegen. Unprofitable Geschäfte werden geschlossen, das Angebot wird weiter digitalisiert.

Gutes Jahr für Verbraucher

Der Einzelhandel konnte feststellen, dass 2015 ein gutes Jahr war – vor allem für die Verbraucher in Europa. Die Wirtschaftsleistung wuchs und erreichte rund 4,7 Prozent für das Jahr. Die Arbeitslosigkeit wurde in vielen Ländern gesenkt. Der private Konsum war für die zahlreichen Wachstumsimpulse verantwortlich, die sich bei der Auswertung der Analyse des Einzelhandels zeigten. Der Grund: Das Sparen ist derzeit für Verbraucher wenig interessant, denn die Zinsen liegen dauerhaft tief. Besser ist es, das Geld auszugeben und genau das machen die Menschen. Damit unterstützen sie den Einzelhandel, dem es nun sehr gut geht. Allerdings zeigen sich Unterschiede, wenn die einzelnen Bereiche Europas miteinander verglichen werden. Unsicherheiten ökonomischer und politischer Art führen dazu, dass die Entwicklungen nicht überall gleichermaßen positiv sind. Terrorgefahr und Flüchtlingskrise können sich problematisch auswirken – auch weiterhin. Die Investitionsfreude der Verbraucher sowie der Unternehmen geht dadurch leicht zurück.

Mit der Studie wurde ein Überblick über die derzeitige Marktlage ermöglicht, wobei die gesamte Einzelhandelsbranche inbegriffen ist. Aktivitäten im europäischen Einzelhandel sind damit transparenter und besser nachvollziehbar geworden.


Bildnachweis: © Fotolia – kasto

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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