E-Commerce der Weg in die Zukunft

0

Dass E-Commerce der Weg in die Zukunft ist, das sollte jedem klar sein. Was weniger deutlich ist, ist, wie auch kleine und mittelständische Unternehmen davon profitieren können. Denn aktuell scheinen es vor allem die großen Firmen, die hohe Profite erzielen. Auf der Commerce Summit wurden dieses Problem und andere Herausforderungen des E-Commerce adressiert.

Was ist die Commerce Summit?

Im September 2017 wurde durch das Unternehmen ePages die Commerce Summit 2017 organisiert. Diese Konferenz richtet sich an Online-Händler. Dabei liegt der Fokus auf Unternehmen aus dem KMU-Markt (kleine und mittelständische Unternehmen). Damit hebt sich die Konferenz merklich von anderen Angeboten ab. Denn häufig wird sich nicht auf die sehr speziellen Ansprüche von kleineren Unternehmen konzentriert.

Viele Firmen befürchten, dass es lediglich die Big-Player sind, die einen echten Vorteil genießen. Denn wer an E-Commerce denkt, dem klingen Namen wie Amazon und eBay in den Ohren. Da stellt sich schnell die Frage, ob kleine Einzelhändler überhaupt eine Chance haben. Die einen glauben daran, dass es lediglich die Nischenangebote sind, die hier Zukunft haben; die anderen sind davon überzeugt, dass Einzelhändler aller Größen weiterhin bestehen werden.

Die Commerce Summit betrachtet die sehr speziellen Herausforderungen der KMU-Branche und bietet eine Reihe von interessanten Lösungsansätzen.

Dafür war das zweitägige Programm mit vielen interessanten Vorträgen und Diskussionsrunden gefüllt:

  • Internet of Things
  • Rechtliche Vorträge
  • Live-Coding
  • Verkaufspsychologie
  • Und vieles mehr

Die Vorträge wurden durch nationale und internationale Größen der Branche gehalten. Die Themenschwerpunkte stammten aus den Hauptbereichen der strategischen, technischen und handelsrelevanten Problematiken. Diese wurden sowohl identifiziert, als auch mit möglichen Lösungsansätzen versehen. Besonders wichtig war den Veranstaltern der Commerce Summit dabei der Dialog unter den Teilnehmern. Denn nur ein Austausch von Informationen kann dabei helfen, ein gut funktionierendes Netzwerk zu schaffen, von dem alle Beteiligten profitieren.

Commerce Summit: Was hat sie zu bieten?

Der Markt für kleine und mittelständische Unternehmen wird auf großen E-Commerce-Konferenzen gerne ignoriert. Die Commerce Summit bringt Teilnehmer dieses Marktes zusammen. Damit finden sich dort unter anderem Start-ups und bereits etablierte Unternehmen der E-Commerce-Szene.Und solche, die den Schritt in die Verkaufswelt des Internets erst noch wagen möchten. Diese Mischung bildet eine sehr gute Grundlage für fruchtbare Konversationen. Branchenexperten leiteten Vorträge für das Event, das sich über zwei Tage erstreckte. Dabei waren insgesamt rund 50 Sprecher aller Bereiche zugegen.

Die Diskussionen und Vorträge wurden sowohl auf Deutsch, als auch mit einer englischen Vortragsreihe abgedeckt. Entsprechend bietet die Commerce Summit für Interessierte auch internationale Brancheneinblicke.

Video: Der neue Ausbildungsberuf: Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce

Haben Einzelhändler im E-Commerce eine Zukunft?

Ein Punkt, der immer wieder während der Commerce Summit unter die Lupe genommen wurde, war die Zukunft des Einzelhandels im E-Commerce. Wer den Pessimisten Glauben schenkt, der versucht sein Glück gegen die internationalen Power-Player erst gar nicht. Aber viele Spezialisten der Branche sehen das anders.

Ein Grund dafür, dass der Einzelhandel weiterhin relevant bleiben wird, ist dabei überraschenderweise Amazon. Amazon erlebt seit vielen Jahren einen absoluten Boom. Die Plattform wächst stetig an. Dabei ist es nicht Amazon selber, welches sein Angebot erweitert: Es sind die vielen Tausend Einzelhändler, die auf dem Marktplatz der Plattform ihre Ware anbieten. Diese enorme Einzelhandelskompetenz wird dabei durch Amazon perfekt präsentiert und wächst stetig. Amazon ist dabei nicht der einzige Big-Player, der auf den Einzelhandel im großen Maße angewiesen ist.

Auch Konkurrenzplattformen setzen auf die bewährte Marktplatzstrategie:

  • Facebook
  • Google
  • eBay

Vor allem in Nischenbereichen können sich Einzelhändler auf diesen Plattformen gut positionieren. Wer hier das beste Angebot und einen exzellenten Service bieten kann, der hat gute Chancen, ein großes Stück vom E-Commerce-Kuchen zu sichern. Der Weg zum Erfolg ist aber keine einfache Angelegenheit. Denn wer sich vor Ort als ein bekanntes Geschäft in der eigenen Nische etabliert hat, der ist online nicht automatisch erfolgreich. Es ist wichtig, einen neuen Kundenstamm aufzubauen. Die Vermittlung einer hohen Produktkompetenz ist ebenso ausschlaggebend wie die Umsetzung einer authentischen Shop-Präsentation.

Hinweis

Es ist kaum ausreichend, sich lediglich auf einer der großen Verkaufsplattformen zu etablieren. Denn wer keinen eigenen Webshop oder eine stationäre Präsenz vorweisen kann, der muss hart um das benötigte Kundenvertrauen kämpfen. Für den bestmöglichen Erfolg ist eine komplette Präsenz an allen Fronten daher unumgänglich.

Welche Vorteile bietet der E-Commerce dem Einzelhandel?

Viele Händler glauben, dass immer mehr Verbraucher auf den Einkauf im Internet setzen, um eine Preisersparnis zu sichern. Dabei geht die Verlagerung des Käuferverhaltens weit über die Preisgestaltung hinaus. Kunden möchten schnellen Zugriff auf Produkte, immer und überall. Sie erwarten einen leichten Zugriff auf Informationen rund um Produkte und Dienstleistungen. Auch Informationsquellen wie Bewertungen oder Testberichte sind von den Kunden erwünscht.

Viele dieser Leistungen lassen sich im stationären Handel nur schwer umsetzen. So ist es zum Beispiel möglich, das gleiche Radio in 25 verschiedenen Farben im Online-Store anzubieten. Die Regale im Laden um die Ecke haben schlichtweg nicht ausreichend Platz für eine solche Angebotsauswahl zu bieten. Auch ist es nicht möglich, im Laden vor Ort aussagekräftiges Feedback von anderen Kunden zu erhalten – weder zum Geschäft, noch zum Produkt.

Video: E-Commerce Day 2018: Follows us around! | Fairrank TV

Commerce Summit 2017: Was wurde abgehandelt?

Die thematischen Schwerpunkte der Summit sind eine gelungene Mischung aus Grundlagen, aktuellen Themen und zu erwartenden Trends. Somit ist es möglich, für alle Bereiche nachhaltige Informationen zu erhalten.

Im Jahr 2017 standen vor allem neue Technologien im Mittelpunkt:

  • Chatbots
  • AI – Künstliche Intelligenz
  • Big Data

Diese und andere Technologien haben ohne Frage das Potenzial, den gesamten Markt in eine neue Zukunft zu führen. Um die damit verbundenen Chancen richtig ausnutzen zu können, ist es wichtig, diese Technologien zu verstehen. Denn nur so lassen sie sich korrekt und effizient anwenden.

Die Commerce Summit stellt die neuen Technologien aber nicht nur vor. Sie betrachtet sie mit Blick auf die Implementierung im KMU-Umfeld. Auf welche Angebote haben Einzehändler bereits heute Zugriff? In welchen Bereichen lohnen sich Investitionen? Was ist derzeit einfach zu teuer oder absolut unbrauchbar im kleinen Rahmen? Die Sprecher der Summit legen großen Wert darauf, nicht einfach bei den großen Anbietern abzuschauen. Denn was für eine Plattform mit Millionen-Umsätzen gültig ist, lässt sich nicht ohne Weiteres auf einen kleinen Shop umlegen. Ein Fehler, der häufig von Neulingen im E-Commerce gemacht wird.

Ein erfolgreiches Konzept nutzt die individuellen Stärken zum eigenen Vorteil. Wo ein Großunternehmen zum Beispiel auf Hunderttausende von positiven Bewertungen zurückgreifen kann, kann dies für kleine Anbieter schnell ein Problem darstellen. Denn selbst eine schlechte Bewertung kann dazu führen, dass die gesamte Statistik auf den ersten Blick abgewertet wird – kaum ein Kunde nimmt sich die Zeit, die tatsächliche Zusammensetzung von Bewertungen anzuschauen.

E-Commerce in Deutschland verstehen

Unabhängig von der Größe der E-Commerce-Plattform: Die Zukunft des Handels ist online. Noch sind die Zahlen vergleichsweise ernüchternd – gerade einmal zwei Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Deutschland läuft über E-Commerce-Kanäle. Events wie die Commerce Summit zeigen jedoch auf, dass ein enormes Interesse daran besteht, den Einzelhandel online zu haben. Experten gehen davon aus, dass sich innerhalb der kommenden zehn Jahre der Anteil des E-Commerce verdoppeln wird. Danach ist mit einem noch schnelleren Anstieg zu rechnen. Wer hier nicht rechtzeitig auf den fahrenden Zug aufspringt, der riskiert, zurückzubleiben.

Dabei ist zu sehen, dass der Trend sich in allen Verkaufsbranchen etabliert. Angebote wie die Lebensmittellieferung von Amazon sind bereits regional in der Testphase. Bisher konzentriert sich die Auslieferung der frischen Waren auf Großstädte wie Berlin und Hamburg. Wird ein Erfolg verzeichnet – und damit ist zu rechnen – wird das Angebot auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet.
Natürlich sind auch Dienstleistungen online sehr gefragt. Viele Shops kombinieren Dienstleistungen und Waren miteinander.

Info

Immer beliebter werden Angebote für lokale Marktplätze. Diese werden häufig durch die Stadt verwaltet. Die Onlinepräsenz erlaubt es Händlern vor Ort, ihre Waren und Leistungen anzubieten. Der Warentransport wird ebenfalls durch lokale Unternehmen abgewickelt – ein Konzept, von dem Händler und Verbraucher gleichermaßen profitieren. Denn die Waren sind bequem online bestellt, und der Einkauf unterstützt gleichzeitig die Händler in direkter Umgebung.

Video: Commerce Summit 2014: Herausforderungen im E-Commerce

ePage: Ausrichter der Commerce Summit

ePage ist ein Unternehmen, das weltweit für mehr als 140.000 Unternehmen die Infrastruktur für den E-Commerce regelt. Diese enorme Anwenderbasis erlaubt es dem Konzern, einen tiefen Einblick in die Welt des E-Commerce zu haben. ePage möchte dabei ein Netzwerk schaffen, das es jedem Unternehmen aus allen Branchen erlaubt, Waren und Dienstleistungen online anzubieten – und das auf einem gewinnbringenden Niveau. Die Commerce Summit wird von ePage alle zwei Jahre organisiert. Sie erfreut sich unter Branchenexperten und absoluten Neulingen der Branche gleichermaßen großer Beliebtheit. Ein Grund dafür ist die direkte Ansprache an den KMU-Markt.

Fazit: E-Commerce im KMU-Bereich

Das Thema E-Commerce ist gekommen, um zu bleiben. Wer sich hier nicht rechtzeitig positioniert, der wird in den kommenden Jahren mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Es sind nicht hauptsächlich die großen Anbieter, die einen guten Umsatz auf den digitalen Plattformen sichern. Über Marktplätze wie Amazon oder lokal organisierte Webplattformen ist es möglich, die Geschäftsvision des stationären Handels in die Online-Welt zu übertragen. Eine gut durchdachte Strategie und die Ausnutzung von modernen Technologien stehen dabei im Vordergrund. Veranstaltungen wie die Commerce Summit von ePage helfen Unternehmen dabei, ihre eigene Vision umzusetzen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Lucky Business  -#01: _vectorfusionart -#02: Kamil Macniak

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply