DSL-Verfügbarkeit: Wo ist was möglich?

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Hohe Surfgeschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s klingen verlockend: Während wir in den alten Modem-Zeiten noch bequem etwas essen konnten, ehe die Verbindung zur gewünschten Internetseite bestand, soll nun alles im Zeitraffer möglich sein. Doch versprochen wird viel, gehalten nur wenig!

Starkes Versorgungsgefälle zwischen Stadt und Land

Idealerweise findet sich der perfekte Internetanbieter, indem Sie einen Preisvergleich vornehmen beispielsweise bei 1und1 und sich dann für den günstigsten Versorger mit hoher Datengeschwindigkeit entscheiden. Doch so einfach ist es nicht, denn die Kosten sind nicht der einzige Unterschied.

Viele Anbieter werben mit tollen Geschwindigkeiten, die sich aber bei näherem Hinsehen als nicht vorhanden entpuppen. Wer auf dem Land wohnt, muss mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit surfen und hat so wieder einmal das Gefühl, dass die moderne Welt irgendwie an den Dörfern vorüberzieht.

Das Internet ist zwar verfügbar und wird auch mit einer hohen Datenrate vertraglich zugesichert, doch in der Realität bekommt der Letzte in der Straße schon keinen vernünftigen Anschluss mehr, weil sein lieber Nachbar wieder einmal Filme über das Internet schaut. Die Leitung ist quasi verstopft! Auch wenn diese Aussage technisch nicht wirklich fundiert und stark vereinfacht ist, trifft sie doch den Kern des Problems.

Schnelles Internet wird auch auf dem Land zugesichert, tatsächlich sind die Leitungen oft völlig überlastet und können den virtuellen Ansturm nicht bewältigen.

Welcher Dienstleister als Versorger für die Internetverbindung infrage kommt, steht meist nicht von vornherein fest. (#01)

Welcher Dienstleister als Versorger für die Internetverbindung infrage kommt, steht meist nicht von vornherein fest. (#01)

Wahl des Dienstleisters von der Verfügbarkeit abhängig machen

Welcher Dienstleister als Versorger für die Internetverbindung infrage kommt, steht meist nicht von vornherein fest. Nur die wenigsten Kunden setzen auf einen Anbieter, weil sie diesem aufgrund seines bekannten Namens vertrauen. Die DSL-Verfügbarkeit ist das wichtigere Kriterium und diese Verfügbarkeit kann jeder selbst überprüfen. Eine derartige Überprüfung kann über verschiedene Portale im Netz vorgenommen werden, wobei hier gleich mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen sind.

Dabei werden alle großen DSL-Anbieter einbezogen, wobei auch die kleineren nicht unberücksichtigt bleiben. Steht fest, dass an Ihrem Wohn- oder Geschäftsort DSL zur Verfügung steht, geht es im nächsten Schritt an einen Vergleich der gebotenen Geschwindigkeiten. Doch Vorsicht: Die hier angezeigten Geschwindigkeiten sind meist nicht die, die auch in der Praxis zu verzeichnen sind.

Gut zu wissen: DSL ist nicht alles, denn teilweise sind LTE oder Kabel nicht nur günstiger, sondern auch schneller! Allerdings ist der Kabel-Internet-Anschluss nicht überall verfügbar, das abgedeckte Netz ist kleiner als das der Breitband-Anschlüsse. Dafür steht hier wirklich ein High-End-Anschluss zur Verfügung.

 Ist das Haus bereits per Kabel angeschlossen, kann der Surfer auch hierüber das Breitband nutzen. (#02)

Ist das Haus bereits per Kabel angeschlossen, kann der Surfer auch hierüber das Breitband nutzen. (#02)

Über das Festnetz surfen: Internetverfügbarkeit auf die klassische Art

Die meisten, die einen Internetanschluss haben möchten, setzen hierbei auf den Festnetzanschluss. Hierüber ist die klassische DSL-Verbindung zu bekommen, bei der die Anbindung an das Netz über die fest installierte Telefondose erfolgt. Ist das Haus bereits per Kabel angeschlossen, kann der Surfer auch hierüber das Breitband nutzen.

  • Die großen DSL-Anbieter sind allesamt im gesamten Bundesgebiet aktiv und schalten in der Regel überall problemlos einen Internetanschluss. Es sind aber die technischen Gegebenheiten, die vor Ort entscheiden, ob das Surfen schnell wie ein Wiesel oder doch eher einer Schnecke ähnlich erfolgen kann. Der gewohnte DSL-Anschluss basiert auf einer Kupferleitung, die maximal mit 16 Mbit/s übertragen kann. Je weiter der Anschluss vom Verteilerkasten entfernt ist, desto langsamer wird die Sache. Der Datendurchsatz sinkt von „langsam“ auf „kaum noch vorhanden“ ab.
  • Deutlich schneller geht es per VDSL-Anschluss. Hierbei legen die Daten ihren Weg über Glasfaserleitungen zurück, nur das letzte Stück vom Verteiler ausgehend bis hin zu den Verbrauchern geht über die Kupferleitung. Die beim User ankommende Geschwindigkeit wird dadurch aber wieder etwas gedrosselt und liegt in der Theorie deutlich höher als in der Praxis.
  • Ein reiner Glasfaseranschluss gilt bis heute als absolute Ausnahme. Dabei wird die Glasfaserleitung bis zum Verbraucher ins Haus gelegt, die alten Kupferleitungen sind nicht mehr nötig. Allerdings gibt es derartige Anschlüsse derzeit nur teilweise, es ist eine eher „punktuelle Versorgung“ vorhanden. Dies verwundert angesichts der umfangreichen Bauarbeiten für das Verlegen der Kabel nicht, sodass Glasfaserleitungen vor allem bei Neubauten zum Einsatz kommen und nur selten bei Altbauten nachgerüstet werden.
  • Die Kabel-Internet-Anbieter bieten ähnlich hohe Geschwindigkeiten wie die DSL-Anbieter und offerieren sogar noch ähnliche Preise und Zusatzleistungen. Sie unterscheiden sich also im Grunde nicht von den klassischen Breitband-Anschlüssen. Die Verfügbarkeit der Angebote ist aber weitaus geringer als gedacht, denn längst nicht alle Orte in Deutschland sind überhaupt an den Kabelanschluss zu bringen. Die Kabeldose ist an das Netz gebunden, das der örtliche Anbieter unterhält und diese Dose wiederum ist die Voraussetzung für die Nutzung des schnellen Internets per Kabel.
Zuerst müssen wir ein Vorurteil aus der Welt räumen: Nein, über Mobilfunk im Internet zu surfen ist nicht so teuer, dass Sie am Ende das Doppelte bezahlen müssen. (#03)

Zuerst müssen wir ein Vorurteil aus der Welt räumen: Nein, über Mobilfunk im Internet zu surfen ist nicht so teuer, dass Sie am Ende das Doppelte bezahlen müssen. (#03)

Über Mobilfunk surfen?

Zuerst müssen wir ein Vorurteil aus der Welt räumen: Nein, über Mobilfunk im Internet zu surfen ist nicht so teuer, dass Sie am Ende das Doppelte bezahlen müssen. Die heutige Technik ist nicht mit den ersten Internetangeboten per Handy zu vergleichen, die die Telefonkosten schier explodieren ließen.

LTE ist vielmehr eine Technik, die das kostengünstige und schnelle Surfen überall dort erlaubt, wo kein klassischer DSL-Anschluss vorhanden ist oder wo es nicht die Möglichkeit gibt, per Kabel das Internet zu nutzen. LTE steht für Long Term Evolution und wird bereits seit sechs Jahren eingesetzt. Es geht bei dieser Technologie darum, das Surfen mit Tablets und Smartphones zu ermöglichen, doch es können auch andere Geräte schneller werden.

Hierbei gibt es momentan den Standard „4G“, der UMTS ablöst und eine Surfgeschwindigkeit von bis zu 300 Mbit/s erlaubt. Die Datenraten sind allerdings auch abhängig von den gewählten Tarifen. Wie der richtige Tarif aussieht, ist oft gar nicht richtig klar, denn die meisten User müssen erst ein Gespür dafür bekommen, wie viel Datenvolumen sie im Monat verbrauchen. Das spielt natürlich für die Verfügbarkeit keine Rolle und so setzt sich LTE mehr und mehr durch. Inzwischen gibt es LTE auch als Standard für zu Hause, bei dem sich der Nutzer über einen separaten Router mit dem Mobilfunknetz verbindet. Innerhalb des derart angeschlossenen Hauses kann das WLAN-Netzwerk genutzt werden, welches alles Geräte mit dem Internet verbindet. Tablet, Computer und Smartphone sind daher ständig im Netz unterwegs und laden mit hoher Geschwindigkeit Daten hoch oder runter.

Leider sind bisher nur in wenigen Gebieten Deutschlands wirkliche Hochgeschwindigkeitsanschlüsse verfügbar, meist arbeiten diese nur eingeschränkt bzw. wirken ständig überlastet. Die Lücken in der DSL-Abdeckung sollen nun über LTE gedeckt werden, was in den Orten, in denen diese Technologie flächendeckend zum Einsatz kommt, recht gut gelingt. Vorrangig haben die Anbieter LTE in den sogenannten „weißen Flecken“ des Landes ausgebaut, also in den Regionen, die bisher kein schnelles Internet nutzen könnten.

Es ist geschafft – der scheinbar beste Internetanbieter wurde gefunden und Sie freuen sich schon auf das bald verfügbare schnelle Netz. (#04)

Es ist geschafft – der scheinbar beste Internetanbieter wurde gefunden und Sie freuen sich schon auf das bald verfügbare schnelle Netz. (#04)

Schnelles Internet: Worauf muss ich achten?

Es ist geschafft – der scheinbar beste Internetanbieter wurde gefunden und Sie freuen sich schon auf das bald verfügbare schnelle Netz. Nun gilt es, einen Vertrag zu schließen, den Sie aber unbedingt vorher genau lesen sollten! Die Fallen liegen wie immer im Kleingedruckten, und dabei ist es egal, welche Breitbandtechnologie zum Einsatz kommen soll.

Achten Sie dabei vor allem auf die folgenden Punkte:

  • Kosten Zusatzleistungen zusätzlich?
    Teilweise sind die Grundpreise sehr günstig, weitere Leistungen – die in der Praxis oft sogar unverzichtbar sind! – kosten dann zusätzlich. Achten Sie daher im Laufe des Bestellprozesses auf mögliche weitere Kosten, die beispielsweise für Sicherheitspakete anfallen. Oft sind solche Leistungen zu Beginn kostenfrei und werden erst nach den ersten drei Monaten des Vertrags berechnet. Dann allerdings schlagen sie mit unangenehm hohen Kosten zu Buche.
  • Ende des Vertrags kennzeichnen
    Auch wenn der aktuell herausgesuchte Anbieter der scheinbar beste ist – tragen Sie das Ende des Vertrags gut sichtbar im Kalender ein. Am besten auch die Kündigungsfrist bzw. den letzten Tag einer möglichen Kündigung. So gehen Sie sicher, dass Sie das Ende des Vertrags selbst bestimmen können. Vorsicht: Meist verlängern sich die Verträge bei nicht erfolgter Kündigung gleich um ein weiteres Jahr und das teilweise sogar zu angepassten Konditionen.
  • Drosseln der Geschwindigkeit
    Wer mobil im Internet surft, kennt das Problem: Das Datenvolumen für den Monat wurde aufgebraucht, nun drosselt der Anbieter die Geschwindigkeit. Sehr ärgerlich, wenn Sie sich plötzlich in Modem-Zeiten zurückversetzt fühlen! Doch auch die Anbieter, die normales Internet „per Leitung“ anbieten, drosseln oft die Geschwindigkeiten. Im Kleingedruckten werden Sie nicht einmal zwingend auf den ersten Blick fündig, denn die Aussagen dort sind oft recht schwammig gehalten. Doch worauf Kunden achten müssen, bezieht sich auf die Nutzung von sogenannten „datenintensiven Diensten“. Geht es in dem Zusammenhang um Maßnahmen, die der Qualitätssicherung dienen, sollten Sie hellhörig werden und lieber einen anderen Anbieter ohne derartige Klausel suchen. Denn diese besagt, dass der Versorgungsdienstleister die Surfgeschwindigkeit drosseln wird, sobald Sie ein bestimmtes Datenvolumen überschritten haben.
  • Mit Nachbarn absprechen
    Tipp: Sprechen Sie sich mit den Nachbarn ab, ehe Sie sich für einen Anbieter entscheiden. Gerade in ländlichen Gegenden ist es häufig so, dass die Telekom eine Leitung in der ganzen Straße unterhält. Wer einen anderen Anbieter wählen möchte, muss diesen quasi um Erlaubnis fragen lassen: Gibt die Telekom einen Anschluss frei? Ist das nicht der Fall, können Sie Glück haben, wenn ein Nachbar aus der Straße auszieht und dieser vorher einen anderen Anbieter genutzt hat, dass die Telekom nun diesen Anschluss ebenfalls freigibt. Außerdem wissen die Nachbarn auch, wie die Geschwindigkeit überhaupt ist: Kann ich einen Film schauen, wenn mein Nachbar ebenfalls im Internet unterwegs ist und der Bewohner des ersten Hauses in der Straße auch noch Musik übers Netz hört? Auch wenn diese Informationen nichts an der Geschwindigkeit an sich ändern, helfen sie doch, sich für einen bestimmten Anbieter zu entscheiden. Vielleicht ist die Nutzung von LTE in Ihrer Region besser, als auf das klassische DSL zu setzen. Beim Vergleich gilt es daher, nicht nur auf die Kosten zu schauen, sondern auch auf Praxiserfahrungen durch Nutzer, die sich mit den Gegebenheiten vor Ort auskennen. Hier hilft das persönliche Gespräch bei der Entscheidungsfindung meist besser als ein Internetvergleich.

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Minerva Studio -#01: Piotr Adamowicz  -#02: ChiccoDodiFC  -#03: Monkey Business Images -#04: nmedia _

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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