Aktuelle Tablets: Tablets im Vergleich

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Vor etwa 8 Jahren, als mit der Veröffentlichung des ersten iPads ein bedeutender Grundstein in der Tablet-Geschichte gelegt wurde, dachten die meisten noch an einen Flop dieser neuartigen Computer ohne Tastatur und mit wenig Rechenleistung. Doch mittlerweile erfreuen sich Tablets und Smartphones größter Beliebtheit.

Die Evolution der Tablets

Aber wie genau steht es um die Zahlen? Eine Prognose auf Statista zeigt, dass die Anzahl der Tabletnutzer bis 2020 auf knapp über 40 Millionen steigen wird – alleine in Deutschland. Aktuell, im Jahr 2018, liegt die Anzahl der Nutzer bei etwas über 39 Millionen, wohingegen im Jahr 2010 gerade einmal eine Millionen Nutzer zu verzeichnen waren.

Tatsächlich spiegelt das den Hype wieder, der etwa im Jahr 2012 bis 2015 stattfand. In diesen Jahren wurden die meisten Tabletnutzer hinzugewonnen. Es waren die Jahre, in denen die meisten Hersteller den Anschluss an Apple’s Vorsprung (Präsentation iPad 2010) fanden und in denen die ersten wirklich leistungsfähigen Modelle herauskamen, die beispielsweise einen vollwertigen Intel i-Prozessor hatten. Auch war 2012 das Jahr, in dem viele gute Convertibles herauskamen. Damit konnten die Menschen überzeugt werden, die zur reinen Tabletfunktion gleichzeitig ein Notebook wollten. Auch nimmt das Tablet gegenüber anderen Konsumgüter eine dominierende Stellung ein – bei Mode beispielsweise.

Auch nimmt das Tablet gegenüber anderen Konsumgüter eine dominierende Stellung ein. (#01)

Auch nimmt das Tablet gegenüber anderen Konsumgüter eine dominierende Stellung ein. (#01)

Tablets mit oder ohne Tastatur: Convertibles?

Ein sogenanntes Convertible ist ein Tablet und Notebook bzw. Laptop in einem. Erreicht wird diese Multifunktion durch ausgeklügelte Systeme der Konvertierung zwischen beiden Arten. Bei der Yoga-Reihe von Lenovo lässt sich der Bildschirm beispielsweise ganz nach hinten auf die Rückseite der Tastatur klappen, wodurch aus dem Notebook ein Tablet wird.

Slider-Mechanismus

Ein anderer Mechanismus findet sich bei Sony. Hier setzte man mit der VAIO Duo Baureihe auf eine Slider-Mechanik, die es ermöglichte, den Tabletbildschirm von der Basis nach hinten oben zu schieben und so die Tastatur freizulegen. Ein anderer Mechanismus findet sich aktuell bei den VAIO Flip Convertibles, deren Bildschirme sich dank eines Arms um diesen Schwenken und auf- und zuklappen lassen. So wird anders als bei den Duos die volle Notebook-Funktion ermöglicht, ohne dabei das ganze Tablet drehen und wenden zu müssen (wie es z.B. beim Yoga der Fall ist).

Diese Lösung ist zwar elegant und sinnvoll, jedoch spezieller und angesichts der Preise auch nicht für die breite Masse vorgesehen. Die Flip Modelle sind oberhalb von 1500 oder gar 2000 Euro angesiedelt, je nach Ausstattung.

Docking-Station

Deutlich günstiger und daher auch am breiten Markt vertreten sind Tablets mit Docking-Station. (#02)

Deutlich günstiger und daher auch am breiten Markt vertreten sind Tablets mit Docking-Station. (#02)

Deutlich günstiger und daher auch am breiten Markt vertreten sind Tablets mit Docking-Station. Dieses Docking-Pad hat in der Regel mindestens eine integrierte Tastatur, meist kommt noch ein Akku hinzu. In manchen Fällen wird mit der Docking-Station sogar eine dedizierte Grafikkarte und zusätzlicher Speicherplatz zur Nutzung freigegeben. Ein populäres Beispiel für derartige Tablets ist die Surface-Reihe von Microsoft, die auch recht günstig zu haben ist. Bereits für wenige Hundert Euro gibt es ältere Modelle, die leistungstechnisch für viele Zwecke immer noch ausreichen.

Denn inzwischen ist die Rechenleistung von Tablets selbst bei günstigen Modellen auf einem Niveau angekommen, welches den reibungslosen Betrieb von vollwertigen Office-Programmen, ein ruckelfreies Video-Erlebnis und ein problemloses Internetsurfen möglich macht. Und das bei gleichzeitig langer Akkulaufzeit.

Der Digitizer oder Stylus Pen

Eine Besonderheit war 2012 noch das Vorhandensein eines Digitizers. Nur wenige und teure Modelle jenseits der 1000-Euro Grenze konnten sich damit rühmen. Mit einem Digitizer ist es möglich, mit einem entsprechenden Stift pixelgenaue Eingaben auf dem Tablet zu machen. Hier gibt es grundsätzlich zwei Techniken: Digitizer mit magnetischem Feld (Wacom) und mit elektrischem Feld (N-Trig). Besonders N-Trig hat sich bei Tablets durchgesetzt, da die Eingaben ähnlich präzise wie bei Wacom sind und der Preis deutlich geringer ist. Wacom ist schließlich eine echte Marke, bekannt unter Grafikdesigner, mit eigenen Grafiktablets – und Patent auf die elektromagnetische Stifttechnik. Man erkennt die Technik daran, ob der Stift eine Batterie braucht (N-Trig) oder nicht (Wacom).

Übrigens: Oft ist auch von einem sogenannten „Stylus“ die Rede. Dieser Markenname von Wacom hat sich jedoch zum Gattungsnamen etabliert und bezeichnet eben jenen Stift.

Mit einem Digitizer ist es möglich, mit einem entsprechenden Stift pixelgenaue Eingaben auf dem Tablet zu machen. (#03)

Mit einem Digitizer ist es möglich, mit einem entsprechenden Stift pixelgenaue Eingaben auf dem Tablet zu machen. (#03)

Auf was es beim Kauf eines Tablets ankommt

Klar ist: Wir bewegen uns weg von den Zeiten, als es noch auf die Leistung ankam. Viel wichtiger sind für die meisten Nutzer inzwischen die peripheren Funktionen: Hat das Tablet einen Stift? Welche Auflösung hat es und welche Bildschirmgröße? Wie lange hält der Akku? Ist das Display-Panel blickwinkelstabil? Handelt es sich um ein Convertible? Wenn ja, mit welchem Mechanismus? Wie sieht es mit den Anschlüssen aus?

Solche und viele weitere Fragen beschäftigen die meisten beim Tabletkauf. Erst in der Mitte oder am Ende steht dann der Wunsch nach viel Leistung mit starker CPU und viel Arbeitsspeicher. Warum auch?

Marktübersicht: Diese Tablets gibt es 2018

Die meisten Tablets werden weder zum Gaming noch zum Programmieren oder für leistungsintensive Rechenanwendungen genutzt. Office, Web, kleine Spiele, Film – so mobil wie möglich, beispielsweise, um unterwegs zu shoppen. Das sind die Haupteinsatzgebiete. Genau an Hand dieser Kriterien zeigen wir nun eine aktuelle Übersicht moderner Tablets und Convertibles mit Besonderheit:

HP Pro Slate 8

  • Preis: Ca. 600 Euro
  • Betriebssystem: Android
  • Convertible: Nein
  • Digitizer / Stylus: Ja, mit Ultraschallkommunikation
  • Bildschirm: 7,9 Zoll 4:3 IPS-Panel mit 2048 x 1536 Pixeln, spiegelnd
  • Akku: Ca. 10 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Qualcomm Snapdragon 800 MSM8974, 2 GB Arbeitsspeicher

Das Pro Slate 8 von HP ist ein kleineres Android-Tablet, welches hauptsächlich für den Einsatz als Notizbuch und zum Surfen vorgesehen ist. Ein Use-Case wäre beispielsweise der Mitschrieb in der Vorlesung oder bei Firmentreffen. Das Tablet hat eine große Besonderheit: Der Stift. Dieser verfügt über eine integrierte Sensorik und kann per Ultraschall mit dem Tablet kommunizieren. So wird es theoretisch nicht nur möglich, die Eingabegenauigkeit und die Bedienung durch Stiftgesten zu verbessern, sondern praktisch kann der Stift auch auf normalem Papier genutzt werden – die Skizze ist dann digital gespeichert.

Microsoft Surface Pro (2017) i5

  • Preis: Ca. 1000 Euro
  • Betriebssystem: Windows 10
  • Convertible: Ja, mit Docking-Station
  • Digitizer / Stylus: Ja
  • Bildschirm: 12,3 Zoll IPS, 2736 x 1824 Pixel, spiegelnd
  • Akku: Ca. 12 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Intel Core i5-7300U, 8 GB RAM

Dell Latitude 12 5285 2-in-1

  • Preis: Ca. 2000 Euro
  • Betriebssystem: Windows 10
  • Convertible: Ja, Docking
  • Digitizer / Stylus: Ja
  • Bildschirm: 12.3 Zoll IPS, 3:2, 1920 x 1280 Pixel, spiegelnd
  • Akku: Etwa 8 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Intel Core i7-7600U, 16 GB RAM

HP Elite x2 1012 G2-1LV76EA

  • Preis: Ca. 1700 Euro
  • Betriebssystem: Windows 10
  • Convertible: Ja, Docking
  • Digitizer / Stylus: Ja
  • Bildschirm: 12.3 Zoll IPS, 3:2, 2716 x 1824 Pixel
  • Akku: Ca. 6 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Intel Core i5-7200U, 8 GB RAM

Microsoft Surface Book 2

  • Preis: Ca. 2200 Euro
  • Betriebssystem: Windows 10
  • Convertible: Ja, Docking
  • Digitizer / Stylus: Ja
  • Bildschirm: 13.5 Zoll IPS, 3:2, 3000 x 2000 Pixel (sehr hoch!)
  • Akku: Ca. 11 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Intel Core i7-8650U, 8 GB RAM

Lenovo Ideapad Mix 720Preis: Ca. 2200 Euro

  • Betriebssystem: Windows 10
  • Convertible: Ja, Docking
  • Digitizer / Stylus: Ja
  • Bildschirm: 12 Zoll IPS, 3:2, 2880 x 1920 Pixel
  • Akku: Ca. 6 Stunden surfen
  • CPU und RAM: Intel Core i7-7500U, 16 GB RAM

Durch Vergleiche den günstigsten Preis finden

Diese Übersicht marktstarker Modelle und besonderer Tablets zeigt: Ein Stift ist inzwischen zum Standard geworden, auch eine Docking Station ist bei teureren Modellen praktisch obligatorisch. Um selbst Tablets zu vergleichen, bieten sich entsprechende Vergleichsportale im Internet an. Nicht nur, was den Preis betrifft: Eine tolle Nebenfunktion ist, dass Sie selbst die vielen Filter setzen können und so das passende Tablet finden – ohne auf die Werbung geachtet zu haben oder das Modell kennen zu müssen. Suchen Sie dann nach Detailvergleichen mit hoher Professionalität, ist notebookcheck.com eine oft genutzte Anlaufstelle.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Rawpixel.com, #01: George Rudy, #02: Pieter Beens, #03: Dragon Images

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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