IHK: Konjunkturzug wieder auf Kurs Vorkrisenniveau

24.09.2010 | Mainz
Im Sommer hat sich die Stimmung in der rheinhessischen Wirtschaft erneut aufgehellt. Das zeigt die vorliegende Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen. Das Exportgeschäft in der Region hat sich weiter belebt. Die Unternehmen denken wieder verstärkt über Investitionen nach - vor allem im Handel. Und auch in den Arbeitsmarkt kann in den bevorstehenden zwölf Monaten wieder mehr Bewegung kommen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Richard Patzke sieht momentan den Konjunkturzug wieder Kurs in Richtung Vorkrisenniveau aufnehmen: "Der traditionell starke Export in unserer Region zieht auch jetzt die Wirtschaft an. Die Euroschwäche sorgt für zusätzliche Auslandsaufträge."

Im Auslandsgeschäft melden 32 Prozent (Frühsommer 2010: 29 Prozent) der rheinhessischen Unternehmen vollere Auftragsbücher; 17 Prozent (Frühsommer 2010: 18 Prozent) sprechen von schlechteren Auslandsumsätzen. Im Ganzen positiv bleiben auch die Prognosen für die nächsten zwölf Monate: Ein Drittel der Exportfirmen (Frühsommer 2010: 29 Prozent) gehen von einer höheren Auftragslage aus, 48 Prozent (Frühsommer 2010: 64 Prozent) sehen eine "gleich bleibende Entwicklung".

Nahezu konstant gehalten hat sich der Binnenmarkt. 30 Prozent der Betriebe (Frühsommer 2010: 32 Prozent) notieren mehr Aufträge aus dem Inland im vorigen Vierteljahr. 57 Prozent (Frühsommer 2010: 54 Prozent) sprachen von einer "gleich gebliebenen" Auftragslage.

Die Ergebnisse der IHK-Umfrage zeigen, dass mit 37 Prozent deutlich mehr Firmen von einer aktuell "guten Geschäftslage" sprechen (Frühsommer 2010: 26 Prozent). Die Hälfte aller befragten Unternehmen in Rheinhessen sehen eine "befriedigende Geschäftslage" (Frühsommer 2010: 55 Prozent). Unverändert bleiben die Erwartungen an die nächsten zwölf Monate: Hier rechnen 39 Prozent (Frühsommer 2010: 38 Prozent) mit "besseren Geschäftserwartungen", und 16 Prozent (Frühsommer 2010: 14 Prozent) hegen "schlechtere Geschäftserwartungen".

Auch eine Belebung des Arbeitsmarktes lässt das Urteil der Konjunkturumfrage in den kommenden zwölf Monaten erwarten. Mit 20 Prozent hat sich die Zahl der Betriebe verdoppelt, die neue Stellen schaffen wollen (Frühsommer 2010: 10 Prozent). 60 Prozent (Frühsommer 2010: 81 Prozent) planen keine Änderung der Beschäftigtenzahl. Mehr im nächsten Vierteljahr investieren wollen 15 Prozent der Unternehmen (Frühsommer 2010: 11 Prozent). Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Art der Investition: 27 Prozent (Frühsommer 2010: 19 Prozent) planen im kommenden Jahr Kapazitätserweiterungen.

Spürbar verbessert hat sich das Stimmungsbild im rheinhessischen Handel: 39 Prozent der Firmen sprechen von einer "guten Geschäftslage" - im Frühsommer waren dies nur 18 Prozent, so dass sich dieser Anteil mehr als verdoppelt hat. Ein ähnliches Bild gibt es im Urteil zu den Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate: 43 Prozent rechnen mit "besseren Geschäftserwartungen", nur 18 Prozent waren dies im Frühsommer 2010. Das weckt Interesse an Investitionen: 18 Prozent (Frühsommer 2010: 11 Prozent) wollen im nächsten Vierteljahr investieren, wobei ein Drittel der Handelsfirmen (Frühsommer 2010: 12 Prozent) Produktinnovationen nennt.

Leicht eingetrübt hat sich das Stimmungsbarometer im Dienstleistungsgewerbe. 23 Prozent der Unternehmen sprechen von einer "guten Geschäftslage" (Frühsommer 2010:27 Prozent), wohingegen mit 61 Prozent der Unternehmen die Zahl konstant geblieben ist, die eine "befriedigenden Geschäftslage" melden. Dennoch will die Dienstleistungsbranche in den nächsten zwölf Monaten Stellen schaffen: 26 Prozent (Frühsommer 2010: 18 Prozent) planen demnach Neueinstellungen.

Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen

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